Radbardska Ätten

 

STAVENOW

Ynglingatten - Radbardska ätten um 633-906


Stammbaum (Nicht komplett) mit DNA-Treffen. Roten Linien zeigen Beispiele für innerfamiliäre Heiraten. Jede Nummer stellt einen neuen Stammbaum dar.


Generation 1

  1. Radbard/Valdar. Die Dynastie beginnt mit dem sogenannten Sagenkönig Radbard, König von Gardarike (Russland), geboren um 638, ⚭ Aud/Alfhild "Die Tiefäugige" Ivarsdotter (~633 - ), Tochter von König Ivar Vidfamne. Informationen über Radbard und Aud "Den djupöda" Ivarsdotter sind in alten nordischen Sagen zu finden, insbesondere in den Isländischen "Hervarar-Saga", die eine Reihe von alten nordischen Legenden und genealogischen Informationen enthält. Die Hervarar-Saga berichtet, dass Ivar Vidfamne Valdar zum Vizekönig von Dänemark machte und ihm seine Tochter Alfhild gab. Als Valdar starb, wurde sein Sohn Randver König von Dänemark, während Harald Hildetand, Sohn von Aud und Rörik von Lejre König von Götaland oder Gotland wurde.

 

Generation 2 Sohn von Radbard/Valdar

  1. Randver Radbardsson. König von Svitjod (680 - 770), Sveakonung in Alt-Uppsala. Sohn von Radbard von Russland und Aud der Tiefäugigen, Tochter von Ivar Vidfamne. Verheiratet mit Ingild, Tochter eines Sveakönigs. Wahrscheinlich in Valsgärde außerhalb von Uppsala begraben.

 

Generation 3 Sohn zu Randver Radbardsson (680-770)

  1. Sigurd (Randversson) Ring/Hring. Kleinkönig in Svealand und Västergötland. (~724 - 812) ⚭ Alfhild Gandolfsdotter (735 - 770). Laut Legende war er ein König der Schweden, der in vielen alten skandinavischen Sagas erwähnt wird. Nach diesen Quellen wurde ihm die Herrschaft über Schweden als Vasallenkönig unter seinem Onkel Harald Hildetand übertragen. Später erhob er sich gegen seinen Onkel Harald, um ihn zu stürzen und die Krone von Dänemark zu erlangen, ein Konflikt, den Sigurd schließlich nach der legendären Schlacht von Brávellir gewann, bei der es heißt, dass Odin selbst eingriff und Harald tötete. In den Sagas ist Sigurd auch als Vater des nordischen Wikingerhelden und legendären Königs von Dänemark und Schweden, Ragnar Lodbrok, bekannt. Laut der Bósa saga ok Herrauds gab es einst eine Saga über Sigurd Ring, aber diese Saga ist heute verloren.

 

Generation 4 Sohn zu Sigurd Randversson Ring (724-812)

  1. Ragnar Lodbrok Sigurdsen Jarl. Ca. 750-845 ⚭ Aslög (Kraka) Sigurdsdotter (~755 - 842). Jarl unter dem dänischen König Harek (814-854) und wurde mit ihm und einer Flotte von 120 Schiffen nach Frankreich geschickt, wo sie Paris plünderten. König Karl der Kahle bot 7000 Pfund Silber an, damit er Paris verlassen würde. Nach seiner Rückkehr starb Lodbrock. Seine Söhne, die sogenannten Lodbroksöhne, wurden jedoch weithin berühmt.[1] Er nahm wahrscheinlich am Wikingerzug gegen das Kloster Lindisfarne im Jahr 794 teil.[2] Laut der Saga von Ragnars Söhnen, der Heimskringla, der Hervarar-Saga ok Heiðreks, der Sögubrot af nokkrum fornkonungum und vielen anderen isländischen Quellen war Ragnar der Sohn des schwedischen Königs Sigurd Ring. Fast alle Sagas stimmen darin überein, dass der dänische König Randver Sigurds Vater war, wobei die Hervarar-Saga seine Frau als Åsa, die Tochter des norwegischen Königs Harald mit dem Roten Schnurrbart, angibt. Die Berichte erzählen weiter, dass Randver ein Enkel des legendären skandinavischen Königs Ivar Vidfamne durch seine Tochter Aud (die die Hervarar-Saga Alfhild nennt) war. Nach dem Tod von König Ivar Vidfamne eroberte Auds ältester Sohn, Harald, den das dänische Königs Hrœrekr Ringslinger, das gesamte Territorium seines Großvaters und wurde als Harald Hildetand bekannt. Haralds Neffe Sigurd Ring wurde nach Randvers Tod der Oberkönig von Schweden (Dänemark laut der Hervarar-Saga), vermutlich als Unterkönig von Harald. Sigurd und Harald kämpften in der Schlacht von Brávellir (Bråvalla) auf den Ebenen von Östergötland, wo Harald und viele seiner Männer starben. Sigurd regierte dann Schweden und Dänemark (manchmal identifiziert mit einem dänischen König Sigfred, der von etwa 770 bis zu seinem Tod vor 804 regierte). Er zeugte einen Sohn mit der Prinzessin Alfhild des kleinen Königreichs Álfheimr, Ragnar Lodbrok, der ihm nachfolgte. Eysteinn Beli, der laut der Hervarar-Saga Harald Hildetands Sohn war, regierte Schweden irgendwann nach Sigurd, bis er von den Söhnen von Ragnar und Aslaug getötet wurde.

 

Generation 5 Söhne von Ragnar Lodbrok Sigurdsen Jarl. Ca 750-845[3]

  1. Halvdan, G. um 825 † 877. Anführer beim Wikingerzug nach England, bei dem Northumberland König Ella im Jahr 867 entrissen wurde. Er wird nicht ausdrücklich als Sohn von Regnar erwähnt, aber in Anglo Saxon Chronicle 878 wird er als der Bruder von Ivar bezeichnet. Ein wesentliches (aber nicht entscheidendes) Merkmal der unten dargestellten Struktur ist, dass Ivars Bruder Halfdan Nachkommen zugeordnet werden, auch wenn diese nicht ausdrücklich als seine Kinder genannt werden. Der Hauptgrund liegt darin, dass der Bruder Ivar – wie man den Annalen entnehmen kann – keine zwei Söhne mit den Namen Sigfrith und Sihtric haben kann, weil diese Namen etymologisch gleich sind und eine solche Benennung seiner Söhne höchst ungewöhnlich wäre . Es wird auch darauf hingewiesen, dass Ivars dokumentierte Nachkommen, mit einer einzigen Ausnahme, durchweg die Variante Sigtryg/Sitric verwenden, obwohl andere Mitglieder der dänischen Königsfamilie ansonsten Sigfred/Sigfrith verwenden. Es wird auch auf die Erwähnung unter 11. Sigfred/Sigfrith und den Sonderartikel Sigfred - Sigtryg verwiesen.Die Existenz von Halfdan-Nachkommen wird auch durch die Tatsache gestützt, dass dieser Name in der +2-Generation erscheint. Die Synthese von Halfdans Familie wird im Artikel Halfdans Familie – leicht gewagte Kombinationen beschrieben. Halfdan soll nach seinem Großvater väterlicherseits benannt sein, der um 805 starb. Er war 875–876 König in York, vielleicht auch etwas früher, aber nur kurz (wenn überhaupt) König in Dublin nach der Ermordung von Øystein. Anglo Saxon Chronicle 871: Halfdan und Bagsac im Kampf mit Ethelred bei Ashdown Annals of Ulster 875: Halfdan/Albann tötet Øystein (Oistin) Olavson Anglo Saxon Chronicle 875: Halfdan zieht mit der Hälfte der „Armee“ nach Norden nach Northumbria Anglo Saxon Chronicle 876: Halfdan verteilt Land (an seine Männer) in Northumbria Annals of Ulster 877 und Chronicon Scotorum 877: Halfdan fällt in der Schlacht am Strangford Lough
  2. Ivar/Ingvar den Benlöse, Geboren um 827. † 873. Kung i Dublin. Anführer beim Wikingerzug nach England, bei dem Northumberland König Ella im Jahr 867 entrissen wurde., König Edmund von Ostanglien wurde ermordet (870) und schließlich wurde halb England erobert.[4] Ivar wurde nach Ella König von England, nachdem die Söhne Ragnars den Tod ihres Vaters gerächt hatten. Laut der Saga von Ragnar Lodbrok und seinen Söhnen hatte Ella Ragnar getötet, indem er ihn in eine Schlangengrube geworfen hatte.[5]
  3. Björn Ragnarsson Järnsida. 820 † 842. König von Munsö. Björn Járnsíða unternahm im 9. Jahrhundert Wikingerzüge in Frankreich und im Mittelmeer. Björn starb 862, als sein Schiff vor den Friesischen Inseln nach einem erfolgreichen Wikingerzug ins Mittelmeer mit Håstein sank. Laut der Hervarar-Saga und der Ragnar-Lodbrok-Saga war er einer der Söhne von Ragnar Lodbrok und nahm an der Eroberung von Paris durch seinen Vater teil. Der Saga zufolge erhielt Björn den Beinamen Järnsida, weil er in Kämpfen nie verletzt wurde. Laut der Hervarar-Saga erbte er Svitjod von seinem Vater, während sein Bruder Sigurd Ormiöga den Rest Skandinaviens erbte. Die anderen Söhne von Lodbrok hießen Ivar Beinlos und Vitsärk. Der Sage nach gründete Björn die Königsdynastie Björn Järnsidas ätt. Laut Johan Peringskiöld wurde Björn im Björnshögen bei Husby auf Munsö im Mälaren begraben. Er hatte zwei Söhne, Refil und Erik Björnsson, und letzterer soll laut der Saga den Thron von Svitjod nach ihm geerbt haben. [6]
  4. Ubbe, um 831. 870 Victory over Edmund. † 878. Anführer beim Wikingerzug nach England, bei dem Northumberland König Ella im Jahr 867 entrissen wurde. Anglo Saxon Chronicle 870 nævner Hinguar og Hubba (altså Ivar og Ubbe). Anglo Saxon Chronicle 878 omtaler, at "the brother of Ivar and Halfdan landed in Devonshire", hvor han blev dræbt. Det kan ikke være andre end Ubbe.
  5. Siegfrid Ormiöje. † 891. Laut der „Saga von den Söhnen Ragnars Lodbrok“ war einer der Könige, die im Jahr 891 getötet wurden, ein Sohn des Wikingerhäuptlings Ragnar Lodbrok, Sigurd Schlangenauge (Sigfred in älteren Quellen). Sein Gefährte Gudfred wird als Gudrød Olafsson aus der Dagling-Dynastie in Ringerike, Norwegen, identifiziert. „Helge der Scharfe“ war der Name von Gudrøds Bruder. Er floh aus der Schlacht mit Sigurds Schlangenauges Banner, seinem Schwert und Schild. Er kehrte mit seinen eigenen Truppen nach Dänemark zurück und fand dort Aslaug, Sigurds Mutter, und berichtete ihr die Neuigkeiten. Da Sigurds Sohn Hardeknud I. noch jung war, blieb Helge bei Aslaug und fungierte als beschützender Herrscher in Dänemark, wodurch er dieselbe Rolle erfüllte wie der legendäre Held Beowulf am Hof der Geaten. Später heiratete er Hardeknuds Zwillingsschwester, Aslaug die Jüngere, und bekam einen Sohn, Sigurd Hart. Sigurd war Zeitgenosse des nächsten dänischen Herrschers, Gorm des Alten, und eroberte das Königreich Ringerike. Er war der Großvater von Harald Schönhaar.

     

    Generation 7 Söhne von Björn Ragnarsson Järnsida. König von Munsö. 820 † 862

    1. Erik Björnsson.
    2.  Refil Björnsson. Bekannt 796.

     

    Generation 8 Söhne von Erik Björnsson

    1. Björn af Hauge
    2.   Anund Uppsale

     

    Generation 8 Sohn von Refil Björnsson bekannt 796

    1. Erik Refilsson. König um 814-870.

     

    Generation 9 Sohn zu Erik Refilsson. Kung ca 814-870

    1. Emund I Slemme Eriksson. König von Birka um 832-873.

     

    Generation 10 Sohn zu Emund I Slemme Eriksson. Kung av Birka um 832-873

    1. Erik V Emundsson „Väderhatt“ 849-884. Erik Emundsson war ein Krieger. Jeden Sommer zog er auf Raubzüge und machte Finnland, Kyrialand, Estland und Kurland steuerpflichtig unter Schweden. Seinen Beinamen Väderhatt soll er bekommen haben, weil er großes Glück mit Wetter und Wind hatte, denn wohin er mit dem Hut winkte, dort wehte auch der Wind. Einmal machte Erik das Versprechen, dass er nicht ruhen würde, bevor er ein so großes Reich in Viken zurückgewonnen hätte, wie es Sigurd Ring zuvor besessen hatte und dessen Sohn Ragnar Lodbrok nach ihm. Diese hatten nämlich sowohl Bohus, den südöstlichen Teil von Kristiania, den Göta älv und Västergötland besessen. Seitdem schienen die Sveakönige als eine Art Oberkönige in diesen Gegenden anerkannt zu sein, auch wenn diese Oberhoheit nur dem Namen nach existierte. Erik Emundsson schickte nun dorthin und erhob Steuern von den Ländern, auch von Värmland.

     

    Generation 11 Sohn zu Erik V Emundsson. ”Väderhatt” Ca 849-884

    1. Björn III /IV ”Der Alten” Eriksson Ca 867 †

     

    Generation 12 Söhne von Björn III /IV ”Der Alte” Eriksson Ca 867 ca 950

    1. Erik VIII Segersäll. König von Svea. 945 † 995. 992-993 König von Dänemark. ⚭ Sigrid/Gunhild. Nach Eriks Tod heiratete Sigrid Sven Gabelbart.
    2.   Olof II Björnsson geboren um 885 in Birka. † 955 in Jütland, Dänemark. ⚭ Ingeberg Thrandsdotter von Sula (886-940). Es ist fraglich, ob Olof II Björnsson dieselbe Person ist wie Olof der Schwede/Olof the Brasch, der Dänemark eroberte im Jahr 891 und behielt bis 916 – oder ob er dasselbe als Ale ist.

     

    Generation 13 Sohn von Erik VIII Segersäll. König von Svea 945 † 995. 992-993 König von Dänemark

    1. Olof Skötkonung. Geboren um. 980; † 1022. Schwedens erster christlicher König..⚭ Estrid

    Tochter des slawischen Obodritenfürsten Slavomir, Nakons Sohn.

     

    Generation 13 Kinder zu Olof II Björnsson G. um 885 in Birka. † 955 in Jylland Dänemark

    1. Gyrid „Gunhild” Olafsdotter (Född. ca 905-987)
    2.   Styrbjörn „Den Starken“ Olofsson von Schweden. 903-987. ⚭

     

    Generation 14 Söhne von Olof Skötkonung/Schosskönig. G. um 980; † ca 1022.

    1. Anund Jacob König von Schweden 1022- † 1050.
    2.   Astrid ⚭ Olav II. Haraldsson, König von Norwegen 1015–1028
    3.   Emund den gamle (Der Alten). König von Schweden. 1050-60. König von Schweden 1050-1060. Hatte eine Tochter, die Stenkil heiratete, geboren 1030. König von Schweden 1060-1066. Das Stenkil-Geschlecht. Emund war ein unehelicher Sohn des König Olofs III. und der Wendin Edla. Er diente eine gewisse Zeit den Fürsten von Kiew. Nach dem Tod seines Stiefbruders Anund Jakob wurde Emund 1050 König von Schweden. Bischof Adam von Bremen bescheinigte ihm einen schlechten Leumund, was aber auch daran liegen kann, dass Emund Bischof Åsmund unterstützte, der von der orthodoxen Kirche beeinflusst wurde. Aber er hatte immerhin in mehreren mittelalterlichen Quellen den Beinamen „slemme“ (der Schlimme) erhalten. Unter seiner Regierung wurde zum ersten Mal die Grenze zwischen Schweden und Dänemark festgelegt. Denn zwischen dänischen und schwedischen Siedlungen lagen weite unbewohnte Gebiete. Dies soll bald nach einer Zusammenkunft zwischen ihm und Sven Estridsson geschehen sein. Ob er dabei Blekinge abgetreten haben soll, wie ihm vorgeworfen wurde, ist nicht sicher. Da sein einziger Sohn Anund schon 1056 im Kampf gegen die Kväner infolge einer Vergiftung gestorben war, erlosch mit Emund 1060 die männliche Linie der Ynglinger auf dem schwedischen Königsthron. Eine Tochter war möglicherweise mit Stenkil Ragnvaldsson vermählt.[7]

     

    Generation 6 Sohn von Sigfrid Orm i Öje † 891 (Die Jelling Geschlecht)

    1. Hardeknud I, König von Dänemark. Laut der „Saga von den Söhnen Ragnar Lodbroks“ war einer der Könige, die im Jahr 891 getötet wurden, ein Sohn des Wikingerhäuptlings Ragnar Lodbrok, Sigurd Schlangenauge (Sigfred in älteren Quellen). Sein Begleiter Gudfred wird als Gudrød Olafsson aus der Dagling-Dynastie in Ringerike, Norwegen, identifiziert. „Helge der Scharfe“ war der Name von Gudrøds Bruder. Er floh aus der Schlacht mit Sigurd Schlangenauges Banner, seinem Schwert und Schild. Er kehrte mit seinen eigenen Truppen nach Dänemark zurück und fand dort Aslaug, Sigurds Mutter, und berichtete ihr die Neuigkeiten. Da Sigurds Sohn Hardeknud I noch jung war, blieb Helge bei Aslaug und fungierte als schützender Herrscher in Dänemark, wobei er dieselbe Rolle ausfüllte wie der legendäre Held Beowulf am Hof der Geaten. Später heiratete er Hardeknuts Zwillingsschwester, Aslaug die Jüngere, und sie bekamen einen Sohn, Sigurd Hart. Sigurd war Zeitgenosse des nächsten dänischen Herrschers, Gorm der Alte, und eroberte das Königreich Ringerike. Er war der Großvater von Harald Schönhaar. Adam von Bremen erwähnt auch einen König Helge, der abgesetzt wurde, und dass Dänemark von Olof the Brasch aus Schweden erobert wurde. Zusammen mit seinen Söhnen Gyrd und Gnupa eroberte Olof das Reich „mit Waffengewalt“ und sie regierten es gemeinsam, wodurch sie das Olof-Geschlecht in Dänemark gründeten. Nach Olof folgte Sigtrygg, Sohn von Gnupa und einer dänischen Adligen namens Asfrid. Sigtrygg ist auf zwei Runensteinen in der Nähe von Schleswig dokumentiert, die seine Mutter nach seinem Tod errichtete. Adam berichtet dann, dass während der Zeit des Erzbischofs Hoger von Bremen (909–915/917) Hardegon, Sohn von Sweyn, aus „Northmannia“ (möglicherweise Norwegen, Northumbria oder Normandie, die kürzlich von dänischen Wikingern kolonisiert wurde oder sogar Nordjütland) kam. Hardegon setzte sofort den jungen König Sigtrygg ab und regierte dann unangefochten etwa dreißig Jahre lang. Hardegon wird oft mit dem legendären Hardeknud verglichen, aber einige Historiker, wie Lis Jacobsen, glauben, dass sie verschiedene Personen sind.

     

    Generation 7 Sohn zu Hardeknud I König von Dänemark (Jelling Dynastin)

    1. Gorm den Gamle König von Dänemark 936- † 958. ⚭ Thyra Danebod. Die beiden Grabhügel in Jelling sind nach ihm und seiner Frau Thyra benannt. Sein Beiname „der Alte“ ist auf das hohe Alter, das er erreicht haben soll, zurückzuführen. Die früheste Erwähnung von König Gorm in einem Schriftwerk findet sich in der von Adam von Bremen um 1075 verfassten Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum: „Post Olaph … Sueonum principem, qui regnavit in Dania cum filiis suis, ponitur in locum eius Sigerich. Cumque parvo tempore regnasset, eum Hardegon, filius Suein, veniens a Nortmannia privavit regno.“ „Nach dem Schwedenjarl Olaf, der mit seinen Söhnen in Dänemark herrschte, nahm Sigtrygg seinen Platz ein. Aber schon nach kurzer Zeit beraubte ihn der aus dem Normannenlande kommende Hardeknut Svensson seiner Herrschaft.“ Nach Adam von Bremen I, 52. „Abud Danos eo tempore Hardecnudth Vurm [Zusatz in Handschriften B und C: filius Hardewigh] regnavit …“ „Damals herrschte Hardeknut Vurm [Sohn des Hardewigh] über die Dänen …“ – Adam von Bremen I, 55.[8]

     

    Generation 8 Söhne von Gorm der Alten König von Dänemark 936 † 958. ⚭ Thyra. (Jelling Dynastin)

    1.   Knut ”Gormsson” Danaást † 962. Knud Gormsen war der älteste Sohn von Gorm dem Alten und Thyra Danebod, seine jüngeren Brüder waren Harald und Toke. Sein Beiname "danaást" bedeutet "von den Dänen geliebt". Er war blond, freundlich und wortgewandt. Von 947 bis zu seinem Tod im Jahr 962 war er gemeinsam mit seinem Vater Gorm Mitkönig von Dänemark.
    2.   Harald ”Gormsson” Blauzahn. (936-985). König von Dänemark. Verheiratet mit Tofa, Tochter zu Mistiwi/Miastav der Slawenfürst, Sohn zu Mistwi (I), Sohn zu Nakon. Harald war ein Sohn Gorms des Alten und dessen Frau Thyra Danebod. Nach dem Tod seines Vaters folgte Harald ihm als König nach. Der betreffende Zeitpunkt ist in der Forschung umstritten. Teilweise wird aufgrund von Quellenaussagen die Zeit um 936 angenommen, doch deuten dendrochronologische Untersuchungen einer Holzkammer in Gorms vermutetem Grab in Jelling darauf hin, dass Gorm 958 starb und Harald ihm also in diesem Jahr nachfolgte. Harald fiel als Wikingerführer mehrmals in die Normandie ein, wo er 945 Richard den Furchtlosen unterstützte, indem er Ludwig IV. gefangen nahm und ihn zwang, Richards Herrschaft anzuerkennen. Harald erkannte 948 die Oberhoheit Ottos I. an und gründete die Bistümer Aarhus, Ripen und Schleswig, womit die Christianisierung Skandinaviens begann. 950 gründete er Jomsburg (auch bekannt unter Julin, Jumne, Wollin) im späteren Pommern. Seine Hauptresidenz befand sich vermutlich in Jelling unter der heutigen Kirche.[9]
    3.   Toke ”Gormsson” (Ca 950-986).

     

    Generation 9 Söhne von Knut Gormsson

    1.   Harald † 970
    2.   Sven Gabelbart/Tveskägg (Eigentlich „Zweibart“) (963-1014) Sohn zu Knut Gormsson, Stief Sohn zu Harald Blåtand. Seinem Namen, Zweibart, spricht dafür, das er zwei Väter hat, er stammt aus „Zwei Bärter“. Ein Vater und ein Stiefvater. Verheiratet mit der Schwester des polnischen Königs Bolesław, Świętosława, im Norden bekannt als Gunhild. Beide Kinder des polnischen Herzogs Mieszko aus dem Adelsgeschlecht der Piasten. Die beiden sollen Eltern von Knut geworden sein. Das Paar hatte die Söhne Harald und Knut, die im Erwachsenenalter die mächtigsten Wikingerkönige des Nordens wurden. Sven Gabelbart, der im Begriff war, England anzugreifen, hatte sich jedoch in eine andere Frau verliebt und verstieß Gunhild, die zu ihrem Bruder nach Polen floh. Als Knut alt genug war, nahm Sven ihn mit auf seine Raubzüge in England. Als Sven 1014 starb, war die erste Handlung der Söhne, ihre Mutter aus Polen zurückzuholen, woraufhin Knut begann, England zu erobern. Mit einer großen Armee, die laut Quellen viele Polen umfasste – wahrscheinlich von seinem Großvater Bolesław – eroberte er das Land und wurde zuerst König der Engländer und nach dem Tod seines Bruders auch der Dänen.

     

    Runenstein Harald Blåtand bei der Kirche zu Jelling, Dänemark.[10] „Haraldr Konunkr lét ræisa kumbl þausi aft Gorm faður sinn ok aft þórví móður sina, sa Haraldr es ias at vann Danmǫrk alla ok Norveg alla ok tani karpi kristna.“ Dies bedeutet: König Harald ließ diesen Stein errichten für seinen Vater Gorm und seine Mutter Tyra, da Harald ganz Dänemark und Norwegen erobert hatte und die Dänen christianisierte.

     

     

    Generation 10 Söhne von Sven Tveskägg

    1. Harald II König von Dänemark bis 1018.
    2. Knut der Große (Svensson), G. um 995 in Dänemark, † 12.11.1035 in Shaftesbury, Dorset, England. König von England ab 1016, König von Dänemark ab 1018 und König von Norwegen ab 1028. Gouverneur von Schleswig und Pommern. Im Juli 1017 heiratete er, um seine Macht weiter zu festigen, Ethelreds Witwe Emma von der Normandie. Nach dem Tod ihres Mannes hatte Emma Zuflucht bei ihrem Bruder, Richard II. von der Normandie, gesucht. Sie ließ sich überreden, eine Ehe mit dem Gegner ihres verstorbenen Mannes unter der Bedingung einzugehen, dass die Söhne, die sie und Knut zusammen haben würden, Erbrecht vor Knuts älteren Kindern haben sollten. Knuts ältere Kinder blieben bei seinem Bruder in Dänemark. Knut hatte nämlich, wahrscheinlich während er die dänische Flotte in Gainsborough bewachte, eine Beziehung mit Elfgiva begonnen, einer Frau aus nordischem Adel. Mit ihr hatte er bereits zwei Söhne. Anlässlich eines Weihnachtsfestes im Jahr 1018, als er den Jahrestag seiner Machtübernahme feierte, ließ Knut viele der englischen Adligen hinrichten, die zuvor seinen Vorgänger unterstützt hatten. Danach hielt er seine Position für so gesichert, dass er die dänische Flotte nach Hause schicken konnte. Er behielt jedoch eine Eliteeinheit von etwa 3.000 Mann. Zu dieser Zeit starb sein Bruder Harald, und Knut segelte 1019 nach Dänemark, um den dänischen Thron zu übernehmen. Bereits 1020 kehrte er jedoch nach England zurück, da er sich dort immer noch nicht vor Aufstandsbewegungen sicher fühlte.

    Ungefähr zur gleichen Zeit, als Knut 1015 nach England segelte, um es zu erobern, segelte Olaf Haraldsson, um sich den Thron Norwegens zu sichern. Laut Quellen über Olaf soll dies mit Knuts Zustimmung geschehen sein, aber Knuts Verhalten deutet nicht darauf hin. Berichte, dass Olaf Ethelred geholfen haben soll, London 1014 zurückzuerobern, sprechen auch dagegen. Im Frühjahr 1025 schickte Knut Gesandte zu Olaf, dass er nach England kommen und Norwegen als Lehen von ihm, seinem Untertan, entgegennehmen solle. Olaf soll Knut geantwortet haben: „Beabsichtigt er, alleine den ganzen Kohl in England zu essen? Eher soll er dies vermögen, als dass ich ihm meinen Kopf bringe oder ihm Untertan bin.“ Als Knut Olafs Worte hörte, soll er laut Berichten geantwortet haben: „Nicht denkt König Olaf richtig, wenn er meint, dass ich alleine den ganzen Kohl in England essen will. Lieber will ich, dass er erkennt, dass ich mehr in den Rippen habe als Kohl. Von nun an sollen kalte Ratschläge aus jeder meiner Rippen kommen.“ Olaf verbündete sich mit seinem Schwager Anund Jakob, der wahrscheinlich Knuts wachsende Macht mit Sorge beobachtete. 1025 reiste Knut nach Dänemark, wo er den Winter 1025-26 rüstete und einen Angriff auf Norwegen vorbereitete. Er versuchte auch, Anund Jakob dazu zu bringen, ruhig zu bleiben, während er mit Olaf in Norwegen abrechnete. Er setzte nun seinen Sohn Hardeknut als Vizekönig in Dänemark mit Ulf Jarl als dem tatsächlichen Verwalter ein. 1026 segelte Olaf mit einem norwegischen Heer nach Dänemark, wo er Landungen machte und plünderte. Anund Jakob plünderte die Küsten Schonen. Später im selben Jahr kehrte Knut mit seinem Heer aus England zurück. Er hatte eine Auseinandersetzung mit Ulf Jarl, der gegen seinen Willen in Absprache mit Emma Hardeknut zum König von Dänemark ausgerufen hatte. Hardeknut musste seinen Königstitel ablegen.

    Er kämpfte daraufhin mit den gegnerischen Flotten, und in der Schlacht bei Helgeå im September 1026 besiegte er die schwedisch-norwegische Flotte. Nach einem Gelage bei Ulf Jarl in Roskilde ließ er Ulf nach einem Streit (angeblich über ein verlorenes Schachspiel) töten. Knut setzte jedoch seinen Angriff auf die Gegner nicht fort. Im Jahr 1027 begab er sich auf eine Pilgerreise nach Rom. Nach seiner Rückkehr segelte er 1028 mit einer Flotte von 50 Schiffen von England zum Limfjord, wo er weitere dänische Verstärkungen aufnahm und dann nach Norwegen segelte. Hier traf er auf keinen Widerstand und wurde überall als König gefeiert. Olaf versuchte vergeblich, Anhänger zu gewinnen, musste aber schließlich über Schweden nach Gårdarike fliehen. Knut wurde in der Kirche Old Minster in Winchester in England begraben, dem alten Zentrum des angelsächsischen Reiches Wessex. Als die Kirche dort 1093 abgerissen wurde, wurden die Überreste der dort begrabenen Könige und Bischöfe gesammelt und in die Krypta der neuen normannischen Kathedrale gelegt. Im 12. Jahrhundert wurden die Knochen in acht Bleikisten gelegt und dabei vermischt. 1642 hausten Cromwells Soldaten in der Kirche und verstreuten die Knochen aus den Kisten über den Kirchenboden. Die Knochen, die nach der Restauration gesammelt werden konnten, wurden in zwei neu hergestellten Kisten gelegt.

    1. Gyda, ⚭ Jarl Erik Håkonsson.
    2. Estrid Svensdotter von Dänemark.


    [1] Nordisk Familjebok, Konversationslexikon och realencyklopedi. Om Ragnar Lodbrok och Lodbroksönerna Stockholm 1915. Bd 22. S 910 f. 1915.

    [2]  Berättelser ur svenska historien / Första bandet. Sagoåldern. Medeltiden. I. Till Kalmare-unionen Sagan om Ragnar Lodbrok och hans söner. Sagan om Ragnar Lodbrok och hans söner. Carl Georg Starbäck, Per Olof Bäckström. 1885-1886. S 133.

    [3] Danske vikingekonger - én slægt med mange grene af Peter Lawætz (1940 - 2021). https://www.vikingekonger.dk/Vikingekonger%20HTML/Lister/Regnar%20Lodbrogs%20slaegt.htm 

    [4] Nordisk Familjebok, Konversationslexikon och realencyklopedi. Om Ragnar Lodbrok och Lodbroksönerna Stockholm 1915. Bd 22. S 910 f. 1915.

    [5]  Berättelser ur svenska historien / Första bandet. Sagoåldern. Medeltiden. I. Till Kalmare-unionen Sagan om Ragnar Lodbrok och hans söner. Sagan om Ragnar Lodbrok och hans söner. Carl Georg Starbäck, Per Olof Bäckström. 1885-1886. S 133.

    [6] Nordisk Familjebok, Konversationslexikon och realencyklopedi. Om Ragnar Lodbrok och Lodbroksönerna Stockholm 1915. Bd 22. S 910 f. 1915.

    [7] https://de.wikipedia.org/wiki/Emund_der_Alte

    [8] Adam von Bremen. Hamburgissche Kirchengeschichte. Dritte Auflage. Bearb. V. Schmeidler. Hannover 1917. S 50 ff.

    [9] https://www.archaeologie-online.de/nachrichten/harald-blauzahns-koenigshof-gefunden-1575/

    [10] https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.en Jürgen Howaldt.




    Generation 6 Söhne von Ivar Ragnarsen Benlös[1]

    1. Bárd (Barith) geb. um 848, † um 881 erwähnt Bárds Tod und nennt ihn Barid mac Imair. ”Die Alternative wäre, dass er der Sohn von Halfdan war, und es passt nicht gut dazu, dass Bárd 877 den Kampf gegen ihn anführte. Ich habe erwartet, dass Bárd 876 nach Øysteins Ermordung und nachdem Halfdan zum ersten Mal vertrieben wurde, in Dublin König werden würde. Smyth (1977) gibt an, dass Bárd im Jahr 877 die Schlacht im Strangford Lough gegen Halfdan anführt, der fällt. Ich konnte dafür keine Beweise finden, aber es klingt vernünftig. FA 867: Barith kämpft an der Seite eines Haimar, der stirbt. AI 873: Barith plündert die „Höhlen“. FA 872: Barith führt einen Überfall auf Lough Ree an und wird auch Pflegevater des Königssohns genannt (was ich als unbekannten (jungen) Sohn von Olaf interpretiere). CS 881 und FM ('878') 881 erwähnen den Tod von Barith („einem großen Despoten der Nordmänner“). Es fehlt ein Enkel [Bárd], nach dem er benannt werden könnte und der jung starb.”
    2. Sigtryg (Sitric) geb. um 851 † 896. Vermutlich wird er 888 in Dublin zum König, nachdem sein Cousin 888 AU & CS ermordet wurde, aber es wird nicht gesagt, dass er es tatsächlich tut. AU 893 erwähnt Streit zwischen Sitric und Sigfrith (# 131.). AU 896 und FM ('891') 896: Sitriuc wurde von seinen Landsleuten getötet.
    3. Godfred. geb. um 853, † 891. Er wird wahrscheinlich von Adam von Bremen (GH II, Kap. 25) als Gudred mit den Söhnen Analaph (Olaf), Sigtrih (Sigtryg) und Reginold (Regnar) erwähnt. Diese Söhne sind bekannt, während ihr Vater in den irischen Annalen nicht erwähnt wird. Die Berufungsregeln bestätigen die Existenz Godfreds, teilweise direkt durch seinen Enkel, teilweise indirekt durch die Tatsache, dass der Sohn Sigtryg (Sitric Caech) gemäß den Berufungsregeln nicht der Sohn von 22. Sigtryg (Sitric) sein kann.
    4. Olaf um 854, † 906. Dieser Olaf ist nur von Adam von Bremen bekannt, siehe Notiz Hedeby-Olaf. Er wurde um 894 König in Westdänemark, indem er in das „Mutterland“ gebracht wurde, wo es vor Ort keine königlichen Untertanen mehr gab (die man wählen konnte). Es ist nicht bekannt, dass Ivar einen Sohn namens Olaf hatte, aber in der Notiz über Hedeby-Olaf ist es wahrscheinlich, dass Olafs Familie Wurzeln in Ivars Nachkommen hat, u. a. im Gebrauch des Namens Sigtryg und in der Regierungszeit von Cnut/Knuba in York 902–905. Sein Tod wird in der Lundeårbögerne erwähnt. Hedeby-Olafs Position als jüngster Sohn von Ivar passt gut zu den Erbfolgeregeln. Olaf erobert Dänemark im Jahr 891 und behielt das Land bis zum 906. Er erobert eine Herrschaft in Schleswig. In der Zeit bis zu König Heinrich I. hat das Obodritenland zeitweise zu Schweden gehört. König Olav von Schweden eroberte ein Gebiet um Schleswig mit Haithabu und sein Sohn Gnupa war König der Wikinger und Obodriten. Bereits Thrasko sowie Naccon herrschten auch über die Wagrier und Polaben. Der dänische König Harald Blauzahn war Schwiegersohn Mistiwois. Neben dem Herrscher Uto werden von Adam von Bremen zwei andere principes Winulorum mit nordischen Namen genannt, Gneus und Anatrog. Wenn, wie J. Marquart (1903) annimmt, Naccon mit seinem schwedischen Namen ein Sohn von Gyrd oder Gurd ist, ist die auf Naccon folgende Dynastie der Obroditenherrscher schwedischer Herkunft. Sie heirateten über mehrere Generationen dänische Frauen. Im Feldzug von König Heinrich I. 931 gegen Dänen und Obodriten wurden die Schweden aus Haithabu vertrieben und die dänische und obodritischen Fürsten getauft.[2]


    [1] Danske vikingekonger - én slægt med mange grene af Peter Lawætz (1940 - 2021) https://www.vikingekonger.dk/Vikingekonger%20HTML/Referencer/Referencer%20til%20Regnar%20Lodbrogs%20slaegt.htm

    [2] Helmut Schrecke Germanen Slawen Vor- und Frühgeschichte des ostgermanischen Raumes. Panorama Verlag, Wiesbaden ISBN 3-926642-20-3 S 112.

    Bild unten. Ahnentafel aus Osteuropäosche und ostasiatische Streifzuge. J. Marquard. Leipzig 1903. S 329. 



    Die Namen der vermuteten Nachkommen von Stoignew, insbesondere die Namen Dirsico und Dirsicraus, die mehrfach in der Familie Dirsico-Stoignew vorkommen, auf eine mögliche Verwandtschaft mit dem älteren abotritischen Fürstenhaus hin, wo der Name Thrasko/Drazko kommt von in verschiedenen Formen. Möglicherweise stammen diese Namen mütterlicherseits in die Familie. Die Namen Anadrog und Mizzidrog erscheinen nach Stoignew. Diese Namen enthalten im zweiten Teil den Namen, wie zum Beispiel Mizzi-drog (drago/trasko/dirsco).



    Gnupa wird zusammen mit anderen christlichen slawischen Fürsten im Jahr 931 tributpflichtig. Dies deutet auch darauf hin, dass auch Stoignew Christ war, auf jeden Fall zu dieser Zeit, aber möglicherweise nach dem Verrat der Germanen im Jahr 954 vom Glauben abfiel, als sie versuchten, die Burg Krohn zu erobern, die Nakon und Stoignew erfolgreich verteidigten. Die Nachkommen von Stoignew sind aus der Liste der Nakoniden ausgeschieden, indem sie sich offensichtlich dem polnischen Fürsten unterwarfen. In dieser Hinsicht wurden die Familie Dirsco-Stoignew polnischen Grafen, behielten jedoch enorme Ländereien in Polen. Durch das Erbe in der Prignitz kehrten sie jedoch zurück nach 1231, nachdem sie ihre polnischen und schlesischen Erbgüter dem Kloster Lüben und die Johanniterorden geschenkt hätten.


    [1] Ilisch, JMP 1997/8, nummer 23.15.

    [2] Helmut Schrecke Germanen Slawen Vor- und Frühgeschichte des ostgermanischen Raumes. Panorama Verlag, Wiesbaden ISBN 3-926642-20-3 S 127.

    [3] Mittlere Geschichte. Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887 bis 936 – Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jahrhundert Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster (Westf.) vorgelegt von Christian Hanewinkel aus Beelen 2004. S 91.

    [4] Mittlere Geschichte. Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887 bis 936 – Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9. und 10. Jahrhundert Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster (Westf.) vorgelegt von Christian Hanewinkel aus Beelen 2004. S 97.

    [5] Knabenschuh Dieter. Amt Lenzen-Elbtalaue. Lenzener Elbtalaue Natürlich Sagenhaft! ISBN 3-930401-09-2 S 33.

    [6] Scriptores Rerum Germanicarum In Usum Scohalrum ex Monumentis Germaniae Historicis Separatim Editi. Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvei. Widukindi Editio Quinta. G. Waitz, K.A. Kehr, Paulus Hirsch. Hannover 1935 S S 53.

    [7] Römisch Germanische Kommission des Deutchen Archäologischen Instituts Frankfurg A. M. Frühmittelalterliche Archäologie zwischen Ostsee und Mittelmeer. Band 4. Slawen an der unteren Mittelelbe. Beiträge zum Kolloquium vom 7 bis. 9 April 2010. Reichert Verlag. Wiesbaden. ISBN 978-3-89500-962-4. Felix Bierman. Die Schlacht bei Lunkini 929. S 152 f.

    „Quinto obsidionis die venere custodes exercitum barbarorum non longe ess adnuntiantes, et quia nocte contigua inpetum in castra facere decrevissent […]. Interea dies transit, et nox solito tenebrosior cum ingenti pluvia adest nutu divino, quatinus consilium pessimum inpediretur barbarorum. Ut ergo iussum est, tota nocte illa armati erant Saxones […]. Orto autem sole – nam post I pluviam clara redit serenitas -, erectis signis procedebant castris. In prima quidem fronte legatus in barbaros inpetum faciens, sed cum pauci non prelaverent adversus innumerabiles, reversus est ad exercitum referens, quia barbari non plures haberent equites, peditum vero innumerabilem multidudinem et nocturna pluvia in tantum inpeditam, ut vix ab equitibus coacti ad pugnam procederent. Igitur sole cadente in humida vestimenta barbarorum, fumum ascendere fecit usque in caelum, spem fiduciamque prestans die populo, cuius faciei claritas atque serenitsas cirumfulsit illos. Igitur dato signo et exhortante legiones legato cum clamore valido irruunt in hostes. Cumque nimia densitate iter pertranseundi hostes non pateret, dextra laevaque ferro erumpentes, quoscumque a sociis secernebant, neci caban. Cumque iam bellum gravaretur, et multi hinc atque inde caderent, et adhuc barbari ordines tenerent, legatus collegam, ut legioni bus auxilio esset, expostulat. Ille vero prefectum cum quinquaginta armatis lateri hostili inmisit et ordines conturvabit; ex hoc caedi fuga eque tota die hostes patebant. Cum ergo per omnes agros caederentur, ad urbem vicinam fugere temptabant. Collega autem hoc eis precavente, proximum mare ingressi sunt, et ita factum est, ut omnis illa nimia multitudo aut gladio consumeretur aut in mari mergeretur. Nec peditum ullus superfuit, equitum rarissimus, deponiturque bellum cum casu omnium adversariorum. Ingens interea oritur laetitia ex recenti victoria […]. Postera autem luce movent signa urbi prefatae; urbani vero arma deponunt, salutem tantummodo deposcunt ac merentur. Inermes igitur urbe egredi iussi; servilis autem conditio et omnis pecunia cum uxori bus et filiis et omni supellectili barbaro rum regis captivitatem subibant. Cediderunt etiam ex nostris in illo prelio duo Liutharii et alii nobiles viri nonnulli. Igitur legatus cum collega et aliis principi bus Saxoniam victores reversi honorifice a rge sunt suscepti satique laudati, qui parvis copiis divina favente clementia magnicixam perpetraverint victoriam. Nam fuere qui dicerent barbaro rum ducenta milia caesa. Captivi omnes postera die, ut promissum habebant, obtruncati” (widukind von corvey i,36 [übersetzung nach e. rotter/b. schneidmüller]).

    [8] Helmut Schrecke Germanen Slawen Vor- und Frühgeschichte des ostgermanischen Raumes. Panorama Verlag, Wiesbaden ISBN 3-926642-20-3 S 127.

    [9] Christian Lübke: Die Beziehungen zwischen Elb- und Ostseeslawen und Dänen vom 9. bis zum 12.Jahrhundert : eine andere Option elbslawischer Geschichte ? in: Ole Harck, Christian Lübke (Hrsg.): Zwischen Reric und Bornhöved. Steiner, Stuttgart 2001, S. 23–36, hier S. 31.

    [10] Sven Rosborn, The Viking Kings Golden Treasure. About the discovery of a lost manuscript, Harald Bluetoths Grave and the location of the fortress of Jomsborg. ISBN 978-91-986780-1-7-. Exakta Print 2021. S 325.

    [11] Kurze Geschichte des Klosters St.Michaelis in Lüneburg. Ludwig Albrecht Gebhardi. Celle. 1857. S 7. (Als Quellen wurde angegeben: Imp. Ottonis Orig. Caps. Lüneb.1) Confirm. CaroliV. de An.1532. ib.2)

    [12] Lüneburger Urkundenbuch. Wilhelm von Hodenberg. Siebente Abtheilung: Archiv des Klosters St. Michealis zu Lüneburg. Urkundenbuch des Klosters St. Michaelis. Heft I. Bis zum Jahre 1300. Hannover. 1860. S 3.

    [13] Lenzener Elbtalaue, natürlich sagenhaft. Dieter Knabschuh. Ausgegeben von Amt Lenzen-Elbtalaue. 1994. S 119-120, 2 / Gerichtslinden und Thingplätze in Deutschland. Anette Lenzing. Die Blauen Bücher. S 60-61, 3: Der Streit um die Prignitz. Kreisverwaltung Perleberg. Kerstin Beck 1992 S 12. / Neue Sagen aus der Mark Brandenburg, Seite 26. Ein Beitrag zum Deutschen Sagenschatz von E. Handtmann, verfasst in Seedorf bei Lenzen a. Elbe zur Zeit der Sommersonnenwende 1883.


    Generation 1 Olaf aus Schweden, König von Dänemark

    Olaf erobert Dänemark im Jahr 891 und behielt das Land bis zum 916. Er erobert danach eine Herrschaft in Schleswig. In der Zeit bis zu König Heinrich I. hat das Obodritenland zeitweise zu Schweden gehört. König Olav von Schweden eroberte ein Gebiet um Schleswig mit Haithabu und sein Sohn Gnupa war König der Wikinger und Obodriten. Bereits Thrasko sowie Naccon herrschten auch über die Wagrier und Polaben. Der dänische König Harald Blauzahn war Schwiegersohn Mistiwois. Neben dem Herrscher Uto werden von Adam von Bremen zwei andere principes Winulorum mit nordischen Namen genannt, Gneus und Anatrog. Wenn, wie J. Marquart (1903) annimmt, Naccon mit seinem schwedischen Namen ein Sohn von Gyrd oder Gurd ist, ist die auf Naccon folgende Dynastie der Obroditenherrscher schwedischer Herkunft. Sie heirateten über mehrere Generationen dänische Frauen. Im Feldzug von König Heinrich I. 931 gegen Dänen und Obodriten wurden die Schweden aus Haithabu vertrieben und der dänische und obodritische Fürst getauft.[1]

     

    Generation 2 Kinder von Olaf aus Schweden

    1.        Gnupa. König der Abodriten und Normannen. Gyrd und Gnupa waren im 10. Jahrhundert Könige von Dänemark laut Sweyn II von Dänemark und Adam von Bremen, Nachfolger zu Olaf: „Successit illi Olaph, qui veniens a Sueonia regnum obtinuit Danicum vi et armis, habuitque filios multos, ex quibus Chnob et Gurd regnum obtinuerunt post obitum patris.“[2] „Auf ihn [den Dänenkönig Sven] folgte Olaf, der aus Schweden kam und das Dänenreich mit Gewalt und Waffen an sich brachte. Er hatte zahlreiche Söhne, von denen nach dem Tode des Vaters Knuba und Gurd das Reich erhielten.“ Sie waren die Söhne des schwedischen Häuptlings Olof (oder Olaf), der Dänemark erobert hatte, und sie herrschten gemeinsam gemäß der schwedischen Tradition. Gnupa wird auf den beiden Sigtrygg-Runensteinen erwähnt, die von seiner Frau Asfrid für ihren Sohn Sigtrygg nahe Schleswig errichtet wurden. Ebenso wird ein dänischer König Chnuba in den sächsischen Chroniken von Widukind von Corvey genannt, der 934 besiegt und zur Annahme der Taufe gezwungen wurde. Die Saga von Olav Tryggvasson erzählt von Gnupas Niederlage durch Gorm den Alten. Diese Chronologie würde jedoch der von Adam von Bremen widersprechen, der die Nachfolge und die spätere Niederlage von Sigtrygg während der Amtszeit von Erzbischof Hoger von Bremen (909–915/7) verortet. Die späte und legendenbeeinflusste Gesta Danorum von Saxo Grammaticus nennt einen Edelmann namens Ennignup, der als Vormund für den jungen König Knut diente, irgendwann vor König Gorm dem Alten. Es wurde vorgeschlagen, dass er eine verwirrende Darstellung von Gnupa sein könnte.
    2.        Gyrd/Gurd/Kurm. + 958. Nach Schröcke und Friedman[3] geben Gyrd als Vater der Fürsten Nakon und Stoignew an, die in der nächsten Generation Lenzen regieren. Sie sollten dies daher von ihrem Vater geerbt haben. Bis zum Jahr 929 gab es einen Obotriten König in der Stammfestung Lenzen bei Stavenow in Brandenburg. Der Bund der Redarier, der Redrabund, besaß die Königsburg Lenzen bereits im Jahr 893. Bei der großen germanischen Eroberung und Zerstörung der slawischen Burg in der Schlacht bei Lenzen soll der slawische König und viele, die Zuflucht in der Burg gesucht hatten, getötet worden sein, aber einige sollen auch freies Geleit erhalten haben. Bis zu 200.000 Menschen sollen in der Schlacht getötet worden sein, und 800 Gefangene sollen enthauptet worden sein.[4][5] Durch die Schlacht von Lenzen zwang König Heinrich I die Obotriten zu einer längeren Tributzahlung. Gemäß einer Angabe aus dem Jahr 931 sollen die nicht namentlich genannten Fürsten (Könige) der Obotriten und Jüten die Taufe empfangen haben. Möglicherweise war es einer dieser christlichen Fürsten, den Helmold als Micisla bezeichnet, derselbe wie Mistiwi, dessen Tochter Tofa laut einem in Jütland vorhandenen Runenstein mit dem dänischen König Harald Blauzahn verheiratet gewesen sein soll, der bis 985 regierte. Auch Harald Blauzahn war seit 937, als er in der Gefangenschaft von Hermann Billung von Sachsen war, ein Christ, aber er bestätigte die Taufe erst im Jahr 965. Er musste die Konfirmation seiner Taufe wiederholen, als sein Vater Gurmd vom Christentum zum Heidentum zurückkehrte und die christlichen Priester und Lehrer aus seinem Reich vertrieb.[6]  

     

    Generation 3 Söhne von Gyrd/Gurd

    1.        Nakon Bekannt 950 + 965 - Fürst. Die slawischen Brüder Nakon und Stoignew waren Herrscher der Wagrier. Im Jahr 950 wurden Nakon und sein Bruder als aliierten des Kaiser Herrmans ernennt.[7] Naccon und seinem Bruder Stoignew wurden im Jahre 954 erwähnt. Der Graf Wichmann empörte sich damals gegen seinen Oheim, den Markgrafen Hermann Billung von Sachsen, und gegen seinen Verwandten, den König Otto, ward aber von Hermann über die Elbe (trans Albiam) getrieben und verleitete Naccon und seinen Bruder zum Kriege, während gleichzeitig der Markgraf Gero einen siegreichen Kampf gegen die Ukerer führte. Naccon und Stoignew bezeichnet Widukind unbestimmt (III, 50) als "duos subregulos barbarorum", d. h. als Wendenfürsten; denn andere nicht deutsche Völkerschaften als Wenden gab es an der Unterelbe, in der Nachbarschaft Hermanns, nicht; und es können, genauer gesprochen, hier nur Fürsten der Obotriten, Polaben und Wagrier gemeint sein, gegen welche die sächsische Mark errichtet ward. Darauf unternahm der Markgraf Hermann um Fastnacht 955 einen Zug gegen sie, und suchte sie in der Burg Suithleiscranne/Krohn an der Niederen Elde, zu überraschen; es gelang ihm aber nur, etwa 40 Mann vor der Burg zu tödten. Die Slawen vergalten nach Ostern diesen Angriff mit einem Zuge unter Wichmanns Führung nach der Burg "Cocarescemiorum", in welche Hermann, weil er sich zum Widerstande zu schwach fühlte, seine Leute sich hatte zurückziehen lassen, gewannen dieselbe durch eine Capitulation und tödteten dann die ganze Besatzung wegen angeblichen Friedensbruches. Im August schlugen die Wenden einen Angriff des Markgrafen Dietrich glücklich ab.[8]
    2.         Stoignew, geboren um 900. Es ist schwer, sein Geburtsjahr einzuschätzen. Aber wenn er ein Vasallenkönig des fränkischen Königs Konrad I. war, wie eine Reihe früherer Abodritenfürsten, erst 929 wurden die Elbslaven in Lenzen bei den Franken besiegt, dann sollte er bereits Ende des 9. Jahrhunderts oder zu Beginn des 10. Jahrhunderts geboren worden sein. Er war wahrscheinlich auf dem Höhepunkt seiner Macht im Jahr 943, als er als Abodritenprinz erwähnt wird und im Zusammenhang mit den Unklarheiten in der dänischen Thronfolge eine Bedrohung für Dänemark im Jahr 943 darstellte. In Gesta Wulensis, der Chronik des Klosters Wollin, wird für das Jahr 943 angegeben, dass der deutsche König Heinrich I. dem dänischen König Knut geholfen hat, "den Thron und die Krone zu retten". Es wird weiterhin angegeben: "Im Jahr des Herrn 943 endete ein blutiger Konflikt, der ununterbrochen seit dem Martyrium von Zygfryd andauerte, der zu Knup (Knut) gehörte und verräterisch von Knups Bruder Harlod getötet wurde, der den Göttern seiner Vorfahren diente und furchtbare Dämonen verehrte und viele von ihnen hatte Ehefrauen. Dieser heidnische Herrscher, der letzte der Söhne von König Knob, der selbst König war, aber nur in einem von Wasser umgebenen Land namens Fejn (Fyn), führte seine Krieger in das Land der Normandie, um den Sohn seines Cousins ​​Viljalmur zu unterstützen, Sohn von Hrolv (Rolf, Rollo), der noch ein Kind war. Seine Flucht, auch wenn niemand sie je so nennen würde, führte zur Bedrohung durch die Invasion der Truppen von Prinz Stojgnew, aber König Gurmd nutzte die List seines Neffen aus, was ihm das Recht auf Harolfts Erbe verschaffte. Um Hilfe von Herman (Herman Billung), "princeps militiae in Sachsen", zu erhalten, musste Gurm zu Beginn des Thronstreits seinen Sohn Konut und dann seinen jüngeren Sohn Harald (Harald Blåtand) als Geiseln übergeben. Sie wurden vom angesehenen Erzbischof Atheldag getauft und verließen nach Verlassen des Bischofssitzes Bremensis im Palast von Merseburgu und später in Quedlingeburgu wuchsen sie im christlichen Glauben auf. Konut und Harald wurden im selben Jahr getauft, in dem Atheldag zum Erzbischof geweiht wurde, und begannen in dieser Zeit ihre Tätigkeit.”[9] Im Jahr 950 wurden Nakon und sein Bruder als alliierten des Kaiser Herrmann ernennt.[10] Die Germanen müssen jedoch dieses Bündnis verraten haben, indem sie sie nur wenige Jahre später angriffen. Die Brüder besaßen u.a. die Burg Suetlis Cranne (Krohn), 7 km nördlich von Burg Stavenow entfernt, am Ende des Elde. Sie verteidigten die Burg erfolgreich während ihrer Belagerung im Jahr 954. Stoignew wurde 955 von Widukind als "Rex Barbarorum"[11] bezeichnet, das heißt, als König der Barbaren. Seine dokumentierte Reaktion muss wahrscheinlich vor dem Hintergrund verstanden werden, dass die Deutschen ihr Bündnis mit ihm verraten hatten, und deshalb handelte er so, wie er es vor der Schlacht von Raxa tat: ”Ein Slawe, auf barbarische Weise knirschend und viele Beleidigungen ausstoßend, verspottete Gero, den Kaiser und die gesamte Armee, wissend, dass sie durch viele Beschwerden geschwächt waren. Gero wurde durch diese Äußerungen erzürnt, wie sein Temperament es erforderte: 'Morgen', sagte er, 'wird es zeigen, ob du und dein Volk stark seid oder nicht. Denn morgen, wenn wir aufeinandertreffen, werdet ihr es zweifellos sehen.' Gero, obwohl er bereits für viele bemerkenswerte Taten bekannt war, wurde nun überall als groß und berühmt gepriesen, weil er die Slawen, die Uchri genannt werden, mit großer Ehre besiegt hatte. Gero kehrte schließlich ins Lager zurück und berichtete, was er gehört hatte. Der Kaiser stand jedoch mitten in der Nacht auf und befahl, den Feind zum Kampf mit Pfeilen und anderen Waffen herauszufordern, als ob er den Fluss und das Sumpfland mit Gewalt überqueren wolle. Die Slawen hingegen, die dies als Bedrohung deuteten, einigten sich darauf, sich auf den Kampf vorzubereiten und verteidigten die Straße mit aller Kraft. Doch Gero baute zusammen mit seinen ruanischen Freunden, fast alleine aus dem Lager heraustretend, heimlich drei Brücken und schickte dann einen Boten zum Kaiser, der das gesamte Heer zurückrief. Als die Barbaren dies sahen, eilten sie ebenfalls herbei, um den Legionen zu begegnen. Inzwischen rannten die barbarischen Fußsoldaten einen längeren Weg und traten in den Kampf ein, aber erschöpft von der Anstrengung wichen sie schnell zurück und als sie zu fliehen versuchten, wurden sie sofort niedergemetzelt."[12] Stoignew wurde am 16 Oktober im Jahr 955 von Markgraf Gero in der Schlacht von Raxa getötet. Sein Bruder, Fürst Nakon, hat nicht in der Schlacht teilgenommen, überlebte ward Christ und führte die Federation der Abodriten an, die sich mit den Deutschen assimilierte. Die Nakoniden blieben in Mecklenburg, während mögliche Nachkommen von Stoignew wahrscheinlich zu ihren slawischen Stammesverwandten in Polen geflohen sind.[13] Es ist wahrscheinlich, dass dies der Fall ist, da der Name Stoignew bereits 60 Jahre später im Jahr 1015 auftaucht, als ein gewisser Stoignew als Gesandter des polnischen Königs zum deutschen Kaiser Heinrich geschickt wurde, um die Freilassung des Sohnes des Königs zu verhandeln, der von den Deutschen gefangen genommen wurde. Wahrscheinlich hätte er diesen sehr ungewöhnlichen Namen nicht getragen, wenn er nicht ein Nachkomme oder Verwandter des Fürsten Stoignew gewesen wäre. [14]


    Generation 3 Sohn von Gnupa (Knut) König der Abodriten und Normannen und Astrid, Tochter des Hauptling Odinkar.

    1.        Sigtrygg, Fürst der Wagrier. † 950? † 943?
    2.        Harald, Hardegon von Nortmannia, Harolda (Chmielinska 1963)

     

    Generation 4 Sohn von Sigtrygg – Fürst der Wagrier

    1.       Selibur/"Желибор" Herrscher der Wagrier. Die ersten Erwähnungen der Wagrier und ihres Fürsten (subregulus) Selibur 967/8 in mehreren voneinander unabhängigen zeitgenössischen Quellen[15] markieren den Beginn einer bis ins 12. Jahrhundert reichenden zeitweiligen Selbständigkeit der wagrischen Fürsten neben den abodritischen Samtherrschern, die ihrerseits in Mecklenburg residierten. Widukind Schreibt: ” LXVIII (68) Es gab zwei Unterherrscher, die Herzog Hermann unterstanden und von den Stammesältesten ernannt wurden; einer hieß Selibur und der andere Mistav. Selibur herrschte über die Wagrier, während Mistav (Nakons Sohn) über die Abodriten herrschte”. Während sie sich oft gegenseitig beschuldigen, wurde schließlich Selibur wegen seines irrationalen Verhaltens verurteilt und musste fünfzehn Silbertalente an den Herzog zahlen.[16]

     

    Generation 5 Son von Selibur, Fürst der Wagrier

    1.       Sederich, † nach 1020. Elbslawischer Fürst, der von 967 bis 1020 in Ostholstein in der Burg Starigard (Oldenburg) über den obotritischen Teilstamm der Wagrier herrschte. Eine Herkunft aus Wagrien lässt aufgrund seiner Lage nahe Dänemark und des nordisch klingenden Namens Sygtrigg vermuten. Möglicherweise wurde Sederich als Geisel von dem sächsischen Grafen Hermann Billung in Lüneburg genommen. Widukind berichtet in seiner Sachsenchronik, dass Selibur, Sohn der wagrischen Fürsten, in Hermanns Verwahrung war.[17]  Nach einer Notiz von Anton Christian Wedekind, die heute nicht mehr verifiziert werden kann, in seiner veröffentlichten Nekrologie über die Kirche St. Michael in Lüneburg, wird gesagt, dass Sederich mit der sächsischen Adligen Weldrud, einer Verwandten von Hermann Billung, verheiratet war. Er herrschte gleichzeitig mit Udo, Herrscher (Samtherrscher) über die Obotriten, d.h. Herrscher über alle obotritischen Stämme (Nachkomme in vierter Generation nach dem Fürsten Nakon, Stoignews Bruder). Noch für das Jahr 1020 gibt es Dokumentationen, die Sederichs Teilnahme als Anführer des wagrischen Unterstamms bei einer Beratung zwischen Erzbischof Unwan, dem dänischen König Knut II. dem Großen und dem abodritischen Samtherrscher Pribignew in Hamburg belegen. Auch der sächsische Herzog Bernhard II. aus dem Geschlecht der Billunger könnte an diesem Treffen teilgenommen haben.[18]       

     

    Generation 3 Kinder von Nakon + 965

    1.       Mistiwoj/Mistislaw (I) († 990/995). Aus dem Geschlecht der Nakoniden war ein elbslawischer Fürst, der im 10. Jahrhundert im heutigen Mecklenburg und Ostholstein über den Stammesverband der Abodriten herrschte. Nach dem Tod seines Vorgängers Nakon erlangte Mistiwoj 965/967 die Herrschaft über den abodritischen Stamm, spätestens 967 auch die Samtherrschaft über den aus mehreren Teilstämmen bestehenden Stammesverband. [19] Unter Mistiwojs christlich-monarchischer Regentschaft erfolgte der Aufbau einer Kirchenorganisation im Abodritenreich durch das um 972 eingerichtete Bistum Oldenburg in Holstein. Zu den Bischöfen sowie den Fürsten der benachbarten Sachsen und Dänen unterhielt Mistiwoj enge Beziehungen, die er durch dynastische Eheschließungen abzusichern suchte. Obwohl ihm für das Jahr 983 eine Beteiligung am Slawenaufstand und die Zerstörung Hamburgs zugeschrieben wird, verlor Mistiwoj als Folge der Erhebung große Teile seines Herrschaftsgebietes an die siegreichen Lutizen. Nachdem er wenige Monate später in Quedlinburg zunächst um die Unterstützung des bayerischen Thronanwärters Heinrich des Zänkers gegen die Lutizen nachgesucht hatte, erwies er sich bis zu seinem Tod als Verbündeter des römisch-deutschen Königs Otto III. Erst die neuere Forschung zur Geschichte der Abodriten stuft Mistiwoj auch für die Zeit nach dem Slawenaufstand als „reichsnahen Slawenfürsten“ ein. In den Darstellungen zur ottonischen Kaiserzeit beschränkt sich die Rolle Mistiwojs dagegen nach wie vor auf die Zerstörung Hamburgs und seine Beteiligung am Slawenaufstand von 983.Aus seiner Verbindung mit einer ungenannten Frau hatte Mistiwoj einen Sohn namens Mistislaw.[20] Dieser erlangte zwischen 990 und 995 die Herrschaft, musste jedoch im Jahr 1018 vor einem heidnischen Aufstand nach Lüneburg in Sachsen fliehen. Mistiwoj hatte eine Tochter namens Hodica mit der Schwester des Bischofs von Oldenburg, Wago, die später Äbtissin im Nonnenkloster auf dem Mecklenburg wurde. Die Ehe mit der Schwester von Wago wurde später aufgelöst. Eine weitere Tochter namens Tove wurde vor 987 mit dem dänischen König Harald Blauzahn verheiratet um 976.[21]

     

    Generation 4 Kinder von Mistewoij + um 990

    1.       Mistislaw († nach 1018), elbslawischer Fürst, der von 990/995 bis 1018 im heutigen Mecklenburg und dem östlichen Holstein über den Stammesverband der Abodriten herrschte. Mistislaw, war der Sohn des abodritischen Samtherrschers Mistiwoj.[22] Eine Eheschließung mit der Nichte des sächsischen Herzogs Bernhard I. scheiterte 983 am Widerstand Dietrichs von Haldensleben.[23] Die Nakoniden zählten in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts zu den mächtigsten christlichen Slawenfürsten. Unter der Führung des sächsischen Herzogs Bernhard I. nahm Mistislaw im Jahr 982 am Feldzug Ottos II. gegen die Sarazenen in Süditalien teil, von dem er mit nur wenigen Überlebenden zurückkehrte.[24]Aus Anlaß einer verweigerten Eheverbindung zwischen einer Nichte des Markgrafen Hermann Billung und dem Sohn des Obodritenkönigs, Mistiwoi, der 981 mit tausend Reitern mit dem Kaiser nach Italien gezogen war, brach 983 der große "Siawenaufstand" aus, nachdem der Kaiser 982 in Süditalien eine Niederlage erlitten hatte und starb. Die Obodriten wurden vom Liutizenbund unterstützt.[25]Im anschließenden Slawenaufstand von 983 verloren die Nakoniden die Oberhoheit über mehrere abodritische Teilstämme an die siegreichen Liutizen. Als Mistislaw nach dem Tod seines Vaters Mistiwoj zwischen 990 und 995 dessen Nachfolge antrat, versuchte er, eine königsgleiche Herrschaft über die verbliebenen Teilstämme zu erlangen bis der König schließlich im September 995 das Mecklenburg erobert und Mistislaw unterworfen habe.[26] Während er sich dazu der Unterstützung von Kirche und Reich versicherte, verband sich die innerabodritische Opposition mit den Liutizen.Der Tod Kaiser Ottos III. leitete Mistislaws politischen Abstieg ein. Zunächst verloren seine Verbündeten, die sächsischen Billunger, mit dem Aufstieg Heinrichs II. zu Herrschaft ihre königliche Stellung im Reich. Dies war insbesondere auf den Konflikt zurückzuführen, der im Sommer 1002 in Merseburg zwischen Heinrich II. und dem polnischen Herrscher Bolesław I. ausbrach, der sowohl den Nakoniden als auch den Billungern nahestand. Danach schloss Heinrich II. Ostern 1003 in Quedlinburg ein Bündnis mit den heidnischen Liutizen,[27]den Feinden Mistislaws. Die veränderten politischen Verhältnisse führten zu einer Schwächung der sächsischen Unterstützung für Mistislaw gegenüber den Liutizen und der innerabodritischen Opposition. Im Februar 1018 fielen die Liutizen im Abodritenreich ein, wiegelten die Bevölkerung auf und zwangen Mistislaw zur Flucht in den sächsischen Bardengau. Die neuere Forschung beurteilt Mistislaw überwiegend als einen dem Reich nahestehenden christlichen slawischen Fürsten, dessen Versuch, das Abodritenreich von einem personenbasierten Staatswesen zu einem territorialen Staat umzugestalten, trotz der Unterstützung durch die Kirche und das sächsische Herzogtum scheiterte. Tufa, verheiratet mit den Dänenkönig Harald Blauzahn. Tove wurde vor 987 mit dem dänischen König Harald Blauzahn verheiratet um 976.[28]

     

     

    Generation 4 Kinder von Mistislaw - Geboren ca. 940, † ca. 999

    1.        Prinz Udo III - Geboren ca. 970, † 1028. Mit einer unbekannten Frau hatte Mistislaw einen Sohn, Pribignew, auch Udo. Nachdem Pribignews Vater Mistislaw im Jahr 1018 aus Mecklenburg geflohen war, erlangte Pribignew um das Jahr 1020 mit Unterstützung aus Sachsen und Dänemark die Herrschaft über die Abodriten.  Die Stämme der Linonen (Lenzen) und Wilzen waren etwa 150 Jahre lang unabhängige Stämme in Lenzen. Im Jahr 1030 wurde Prinz Udo ermordet, der Sohn von Mistewoi, im Kampf gegen Herzog Bernhard. Nach der Ermordung seines Vaters versuchte Udo, die Macht mit einer Truppe aus den Gebieten Bards, Holstein, Stormarn und Dithmarschen zurückzugewinnen, die Herzog Magnus von Billung erobert hatte. Der Versuch von Budivoj, die Macht mit einer Truppe aus den Gebieten Bards, Holstein, Stormarn und Dithmarschen zurückzugewinnen, die Herzog Magnus von Billung erobert hatte, endete 1073 mit Budivojs Tod in der Nähe von Plön. Sigrid, die Witwe von Gottschalk, wurde aus Mecklenburg verbannt und floh mit ihrem Sohn Heinrich zu ihrem Vater in Dänemark. Heinrich wurde später König Heinrich der Obodriten. Adam von Bremen berichtet von Treffen zwischen Pribignew, dem sächsischen Herzog Bernhard II. und den Erzbischöfen von Hamburg-Bremen, Unwan und Libentius II., in Hamburg. Da zur gleichen Zeit noch weitere Fürsten erwähnt werden, darunter Sederich, der sicher über den abodritischen Teilstamm der Wagrier herrschte, beschränkte sich Pribignews Macht wahrscheinlich auf das Gebiet der Abodriten rund um Wismar und beidseits des Schweriner Sees. Um das Jahr 1028 wurde Pribignew "wegen seiner Grausamkeit" von einem sächsischen Überläufer ermordet. Adam bezeichnete ihn als "schlechten Christen".[29]

    Generation 5 Kinder von Prinz Udo - Geboren ca. 970, † 1030 (Lenzen)

    1.        Fürst Gottschalk - Geboren ca. 1000, † 1066. Der Sohn des christlichen Abodritenfürsten Udo wurde im Kloster Sankt Michael in Lüneburg erzogen.[30]

    Regierungszeit 1030-1066. Christlich (verbündet mit Kaiser Konrad II. 1027-1039). Im Jahr 1032 ging Gottschalk im Exil nach Dänemark und kämpfte unter König Knut dem Großen in England und der Normandie. Nach Knuts Tod im Jahr 1035 trat er in den Dienst des späteren dänischen Königs Sven Estridsson, dessen Tochter Sigrid er heiratete. Gottschalk verweilte, als seon Vater Uto III., Fürst der Wenden, im Jahre 1032 erschlagen wurde, im Kloster zu Lüneburg unter dem Bischof Gottschalk, wo er den Studien oblag. „Anno domini M.XXXII. - - Vto III. filius Mistiwoi - - a quodam Saxonum transfuga interfectus est, filium habens Gideschalcum, qui per idem tempus apud Luniburg, monasterium Ducis, liberalibus erudiebatur studiis Goteschalco, Gothorum episcopo, eiusdem coenobii curam habente“.[31]

    Im Jahr 1043 gründete er einen obodritischen Territorialstaat. Gottschalk wurde am 7. Juni 1066 in Lenzen ermordet.[32]

     

    Generation 6 Kinder von Fürst Gottschalk - Geboren ca. 1000, † 1066

    1.        Buthue / Budivoj / Budziwoj - Geboren ca. 1030, † 1071. Prinz der Nakoniden von 1066 bis 1071. Budivoj konnte die Situation im Land kurzzeitig stabilisieren, bevor er vor dem heidnischen Fürsten Kruto der Wagrier fliehen musste. Budivojs Versuch, die Macht mit einer Truppe aus den Gebieten Bards, Holstein, Stormarn und Dithmarschen zurückzugewinnen, die Herzog Magnus von Billung erobert hatte, endete 1073 mit Budivojs Tod in der Nähe von Plön. Sigrid, die Witwe von Gottschalk, wurde aus Mecklenburg verbannt und floh mit ihrem Sohn Heinrich zu ihrem Vater in Dänemark. Heinrich wurde später König Heinrich der Obodriten. Der spätere abodritische Samtherrscher Heinrich war sein jüngerer Halbbruder aus Gottschalks zweiter Ehe mit Sigrid Svendsdatter, der Tochter des dänischen Königs Sven Estridsson. Budivojs Onkel Blusso war maßgeblich am Aufstand des abodritischen Adels gegen Gottschalk und an dessen Ermordung 1066 beteiligt. Budivojs Sohn Pribislaw wurde 1131 nach der Ermordung von Knud Lavard Teilstammesfürst der Wagrier und Polaben. Budivoj war wie alle Nakoniden Christ.[33]

     

    Generation 7 Kinder von Fürst Budvioj (ca. 1030 + 1071) und Sigrid Estridsson

    1.        König Heinrich der Obodriten - 1090- † 22.3 1127 und wurde begraben in Michaelskloster Lüneburg. Auch bekannt als Heinrich von Alt Lübeck. Ehe 1 mit Slavina. Ehe 2 mit der Witwe des Fürsten Kruto. Um seinen Anspruch auf die Herrschaft über Wagrien zu festigen, heiratete Heinrich die Witwe des Fürsten Kruto und unterwarf mit Hilfe von Herzog Magnus von Billung die kombinierte Armee der Polaben und Obodriten in der Schlacht von Schmilau. Er eroberte dann 14 der 18 Burgen im Land der Obodriten und erweiterte seine direkte Herrschaft auf die Kessiner und Zirzipan, während die Lutizen und alle Stämme in Pommern bis zur Oder ihm Tribut zahlen mussten. Er schloss einen Friedensvertrag mit den nordalbingischen Sachsen, der sie verpflichtete, der Armee zu folgen. Heinrich wird in zeitgenössischen Quellen als König der Slawen bezeichnet. Nach Heinrichs Tod teilten mehrere Fürsten das Reich der Obodriten. Nach seinem Tod 1127 kämpften seine Söhne Knut und Svantipolk um die Oberhoheit, aber Svantipolk wurde ermordet und Knut fiel im Kampf. 1129 fiel die Oberhoheit an Knud Lavard, der Lothar von Supplinburg, ein Mitglied der dänischen Königsfamilie, der das Lehen für einen hohen Preis gekauft hatte, unterstand. Als Knud 1131 in einem dänischen Thronstreit gewaltsam starb, endete die obodritische Mitregierung. Das obodritische Reich wurde in die teilweisen Stammesfürstentümer Wagria und Polabia im Westen unter Heinrichs Neffen Pribislav (Heinrich) und die Länder der Obodriten, Kessiner und Zirzipaner im Osten unter Niklot aufgeteilt.[34]
    2.        Pribislav † nach 1156 Obotritischer Prinz von Wagria und Polabia. Pribislav war der Sohn von Budivoj und der Neffe von Heinrich. Nach der Ermordung von Knut Lavard im Jahr 1131 wurden die Gebiete der Abodriten zwischen Pribislav und Niklot aufgeteilt, wobei ersterer Wagrien und Polabien und letzterer Mecklenburg bis zur Peene erhielt. Pribislav erhielt den Titel "Regulus" oder Klein-König und residierte in Liubice (Lübeck). Als Anhänger des slawischen Heidentums wurde Pribislav vom Kaiser Lothar III., von dem er abhängig war, als Feind des Christentums und als Götzendiener beschrieben. Nach dem Tod von Lothar im Jahr 1137 kämpften Lothars Schwiegersohn Heinrich der Stolze und Markgraf Albrecht der Bär um das Herzogtum Sachsen. Pribislav nutzte den Machtkampf aus, um sich gegen die Autorität des Heiligen Römischen Reiches zu erheben, indem er die neue Burg Segeberg zerstörte und im Sommer 1138 Holstein überfiel. Sachsen aus Holstein und Stormarn unter dem Kommando von Heinrich von Badewide führten im folgenden Winter eine massive Gegenoffensive durch. Eine weitere holsteinische Kampagne im Sommer 1139 verwüstete die slawischen Bewohner von Wagrien und brachte das Gebiet unter deutsche Kontrolle. Die Slawen unter Pribislavs Herrschaft waren auf den nordöstlichen Teil von Wagrien beschränkt. Der Fürst beschwerte sich beim Bischof von Oldenburg darüber, dass die Besteuerung und Unterdrückung der sächsischen Herren die Wagrier im Wesentlichen an die Ostsee trieben. Die Slawen behielten ihre alten religiösen Praktiken bei, wie die Verehrung des Gottes Porewit in der Nähe von Oldenburg. An Dienstagen hielt Pribislav Hof mit heidnischen Priestern und Vertretern der slawischen Bevölkerung ab. Graf Adolf II. von Holstein gewann Pribislav schließlich mit Geschenken für sich, und Pribislav konvertierte im Jahr 1156 zum römisch-katholischen Christentum.[35]
    3.        Niklot (1090 - August 1160) war ein Häuptling oder Fürst der slawischen Abodriten und ein Vorfahre des Hauses Mecklenburg. Er wurde zwischen den Jahren 1130 und 1131 zum Häuptling des Abodritenbundes, einschließlich der Kissini und der Circipani. Diese Position behielt er bis zu seinem Tod im Jahr 1160. Gleichzeitig war er Herr von Schwerin, Quetzin und Malchow. Fast 30 Jahre lang widersetzte er sich sächsischen Fürsten, insbesondere Heinrich dem Löwen während des Wendenkreuzzugs. Niklot begann seinen offenen Widerstand, als der deutsche König (später Kaiser) Lothar III. das Obodritenreich seinem dänischen Vasallen Knut Lavard übergab. Zusammen mit Pribislav von Wagrien, dem Sohn von Budivoj und Neffen von Heinrich, kämpfte Niklot gegen Lothar und Knut. Nach der Ermordung von Knut im Jahr 1131 teilten Niklot und Pribislav das Obodritenland auf, wobei Niklot die östlichen Gebiete erhielt. Um Pribislav in den folgenden Jahren zu schwächen, verbündete sich Niklot mit sächsischen Herrschern, insbesondere mit Graf Adolf II. von Holstein, und erlaubte slawischen Piraten, die Dänen anzugreifen.[36] Die sächsischen Verbündeten des Fürsten wandten sich während des Wendischen Kreuzzugs von 1147 gegen ihn. Obwohl Niklot die Belagerung seiner Festung in Dobin widerstand, wurde er gezwungen, Tribute an die christlichen Kreuzfahrer zu zahlen. Anschließend vereinbarte er friedliche Bedingungen mit Adolf von Holstein, Herzog Heinrich der Löwe von Sachsen und Heinrich von Ratzeburg. Nach dem Tod des obodritischen Fürsten Heinrich, einem Christen, soll Niklot angeblich das Christentum zugunsten traditioneller heidnischer Überzeugungen abgelehnt haben. Dies ist jedoch unsicher; laut Helmolds Chronica Slavorum versprach Niklot, seine Länder zu christianisieren, als Teil des Friedensabkommens, und in den späten 1150er Jahren schrieb er an Heinrich den Löwen: „Lasst den Gott, der im Himmel ist, euer Gott sein; ihr sollt unser Gott sein, und es genügt uns. Ihr ehrt Ihn, und im Gegenzug werden wir euch ehren.“[37] Im Jahr 1158 begann König Waldemar der Große von Dänemark, Heinrich den Löwen für seine Hilfe zu bezahlen, was Niklot dazu veranlasste, zu vergelten. Der dänische König und der sächsische Herzog schlossen sich dann im Jahr 1160 zusammen. Während die Dänen die Küste verwüsteten und die Rani ablenkten, töteten die Sachsen Niklot in seiner Festung Burg Werle; Das obodritische Gebiet wurde größtenteils von den Christen aufgeteilt.[38] Niklots Tod beendete die slawische Kontrolle in Mecklenburg bis zur Peene.

     

    Generation 8 Kinder von König Heinrich der Obodriten (1090 † 1127)

    1.        Zwantepolck † 1128 - Herrschte im Land der Obodriten von 1127 bis zu seinem Tod im Kampf gegen das Deutsche Reich im Jahr 1128.
    2.        Waldemar † 1124 im Kampf.
    3.        Mistowoi - Mitregent, Feldherr. Die Bedeutung des Namens auf Polnisch ist Stadtkämpfer, wobei Miasta Stadt und voj Kampf bedeutet.
    4.        Kanut - Er erbte die Herrschaft im Land der Obodriten 1127 und starb 1128 im Kampf.[39] Albrecht der Bär erobert die Prignitz im Jahr 1136. Damit wird die Prignitz für eine Zeit germanisch. Mecklenburg wird unter seinen slawischen Fürsten germanisiert. Aber Stavenow liegt genau an der Grenze dieser politischen Spannungen. Schließlich wird das Gebiet 1192 endgültig germanisch. Die Spannungen zwischen den slawischen und deutschen Fürstenhäusern dauern jedoch noch lange an.

     

    Generation 8 Kinder von Niklot (1090 † 1160)

    1.        Pribislav/Heinrich. Pribislav mit den Deutchen Namen Heinrich, erlangte 1167-1178 Obotritischen Prinz und Fürst von Mecklenburg. sein Erbe als Fürst von Mecklenburg zurück, indem er sich dem Sächsischen Lehenswesen unterwarf. Pribislav war einer von drei Söhnen des Obodriten-Fürsten Niklot, der im Jahr 1160 während einer gemeinsamen Kampagne von Herzog Heinrich dem Löwen von Sachsen und König Waldemar dem Großen von Dänemark getötet wurde. Das Gebiet der Obodriten wurde weitgehend unter sächsische Herrschaft aufgeteilt, aber Pribislav kämpfte weiterhin gegen Heinrich von der Befestigung in Werle an der Warnow bei Rostock, dem einzigen Gebiet, das Pribislav und seinem Bruder Wertislav verblieben war.[40] Niklots Söhne organisierten 1163 einen weitreichenden Aufstand gegen die sächsische Herrschaft. Während Wertislav und ein Großteil des slawischen Adels während der Belagerung von Werle von Heinrich gefangen genommen wurden, zerstörte Pribislav viele der ehemaligen obodritischen Burgen, darunter Mecklenburg, wo alle männlichen flämischen (Siedler aus Flandern) Verteidiger niedergemetzelt wurden.[41] Nachdem Pribislav Malchow und Quetzin zurückerobert hatte, unterdrückte Heinrich der Löwe den Aufstand mit viel Blutvergießen. Wertislav wurde öffentlich in Malchow gehängt. Unterstützt von einer dänischen Flotte besiegte das sächsische Heer die Slawen in der blutigen Schlacht von Verchen im Jahr 1164. Pribislav floh danach nach Pommern, führte jedoch später Raubzüge in den Grafschaften Schwerin und Ratzeburg. Der zisterziensische Missionar Berno von Amelungsborn überzeugte Pribislav, sich auf die Seite der Christen gegen die heidnischen Slawen zu stellen. Im Konflikt mit dem sächsischen Adel und auf der Suche nach einem Verbündeten, setzte Heinrich Pribislav 1167 als Fürsten von Mecklenburg, Kessin und Rostock wieder in seine Position ein; die Grafschaft Schwerin blieb unter der Kontrolle der fränkischen Sachsen. Pribislav starb an einer bei einem Turnier in Lüneburg erhaltenen Wunde am 30. Dezember 1178, und sein Leichnam wurde in der St. Michaelis-Kirche in Lüneburg beigesetzt. Im Jahr 1219 wurden seine Überreste von seinem Sohn Heinrich Borwin in das neu fertiggestellte Doberaner Münster überführt, wo sie sich in einem Sarkophag in der Kapelle von Pribislav befinden. Pribislavs Wiedereinsetzung in die Macht begründete eine ursprünglich slawische Dynastie in Mecklenburg, die bis 1918 dauerte. Im Vergleich dazu waren die Gebiete der Polaben und Wagrier im Westen von sächsischen Herren übernommen worden.
    2.        Wertislaw war der Vater von Nikolaus I. Herr von Mecklenburg. Wertislav und ein Großteil des slawischen Adels wurden während der Belagerung von Werle von Heinrich gefangen genommen.

     

    Generation 9 Kinder von Wertislaw

    1.        Nikolaus I. (auch Niklot, * vor 1164; † 25. Mai 1200 bei Waschow) war Fürst von Mecklenburg seit 1178. Er war ein Sohn des Obotritenfürsten Wertislaw, Herr von Rostock. Er kämpfte mit den Dänen und Friedrich I. gegen Heinrich den Löwen und führte, gestützt durch die Dänen, 1183–1185 Krieg gegen seinen Vetter Heinrich Borwin I. Dieser Familienkrieg in Mecklenburg und die fehlende Hilfe von außen verschafften dem dänischen König Knut VI. die Möglichkeit, seine Position an der Ostsee auszubauen. So musste sich Nikolaus I. und sein Vetter den Dänen 1185 als Vasall unterwerfen. Er bekam aber die Herrschaft Rostock als Lehen. Im Krieg gegen Adolf III. von Schauenburg und Holstein im Bündnis mit den Dänen fiel er kinderlos am 25. Mai 1200 (oder 1201) in der Schlacht bei Waschow, die den Fürsten von Mecklenburg das Gebiet des jetzigen südwestlichen Mecklenburgs sicherte.

     

    Generation 9 Kinder von Pribislaw (1167-1178)

    1.        Heinrich Borwin I (Buruwe)., Fürst zu Mecklenburg († 28. Januar 1227) aus dem Haus Mecklenburg war von 1178 bis zu seinem Tode 1227 Herr zu Mecklenburg.

    Sohn des Abodritenfürsten und Herren von Mecklenburg Pribislaw aus dessen erster Ehe mit einer unbekannten slawischen Adeligen. Nach dem Tod seines Vaters am 30. Dezember 1178 bei einem Turnier am Hof Heinrichs des Löwen in Lüneburg trat er dessen Nachfolge an. Er war verheiratet mit Mathilde, einer Tochter Heinrichs des Löwen aus dessen außerehelicher Verbindung mit Ida, einer Tochter des Grafen Gottfried von Blieskastel. Aus dieser Ehe gingen mit Nikolaus II. († 1225) und Heinrich Borwin II. († 1226) zwei Söhne hervor. In zweiter Ehe war Heinrich Borwin I. verheiratet mit einer ansonsten unbekannten Adelheid. Mit dieser hatte er eine Tochter Elisabeth († 1265), ab 1241 Äbtissin in Wienhausen. Heinrich Borwin stand jahrelang im Krieg mit seinem Vetter Nikolaus I. (Niklot), Sohn von Wertislaw. Dieser Familienkrieg in Mecklenburg und die fehlende Hilfe von außen verschafften dem dänischen König Knut VI. die Möglichkeit, seine Position an der Ostsee auszubauen. Den Dänen gelang es, Heinrich Borwin in Haft zu nehmen, woraufhin er sich – ebenso wie Nikolaus I. – als Vasall unterwarf und den Dänen Rostock abtrat. Dieses erhielt er im Jahr 1200 als Lehen zurück. 1201 beteiligte er sich an der Schlacht bei Stellau. Als Dank dafür erhielt er 1203 Gadebusch und Ratzeburg als Lehen. 1218/19 unterstützte er Dänemark bei der Eroberung Estlands und 1225–1227 gegen die Schauenburger. Auf Heinrich Borwin geht die Neugründung der Städte Rostock und Wismar zurück, sowie die Stiftung der Klöster in Dobbertin, Tempzin und Neukloster.



    [1] Helmut Schröcke Germanen Slawen Vor- und Frühgeschichte des ostgermanischen Raumes. Panorama Verlag, Wiesbaden ISBN 3-926642-20-3 S 112.

    [2] Adam von Bremen I, 48. Adam von Bremen: Bischofsgeschichte der Hamburger Kirche. (= Ausgewählte Quellen zur Deutschen Geschichte des Mittelalters. Band 11). Übersetzt von Werner Trillmich. Freiherr vom Stein Gedächtnisausgabe: Darmstadt 1978, ISBN 3-534-00602-X, S. 137–499.

    [3] Helmut Schröcke: Germanen – Slawen. Vor- und Frühgeschichte des ostgermanischen Raumes S 114.

    [4] Knabenschuh Dieter. Amt Lenzen-Elbtalaue. Lenzener Elbtalaue Natürlich Sagenhaft! ISBN 3-930401-09-2 S 33.

    [5] Scriptores Rerum Germanicarum In Usum Scohalrum ex Monumentis Germaniae Historicis Separatim Editi. Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvei. Widukindi Editio Quinta. G. Waitz, K.A. Kehr, Paulus Hirsch. Hannover 1935 S S 53.

    [6] Sven Rosborn. The Viking Kings golden Treasure. Exakta Print AB, Malmö 2021. ISBN 978-91-986780-1-7. S 128-129.

    [7] Scriptores Rerum Germanicarum In Usum Scohalrum ex Monumentis Germaniae Historicis Separatim Editi. Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvei. Widukindi Editio Quinta. G. Waitz, K.A. Kehr, Paulus Hirsch. Hannover 1935 S 130.

    [8] Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 45 Friedrich Wigger, Bericht des Ibrahim Ibn Jaküb über die Slawen aus dem Jahre 973. (1880), S S 8.

    [9] Vikingakungens Guldskatt, Svens Rosborn und Tomas Sielski 2021. ISBN 978-91-986780-1-7. S 325 i den Englischen Versionen. Excerpter aus Gesta Wulinensis ecclesiae pontificium, krönika för klostret i Wollin år 943, som omnämner ett invasionshot i Danmark vid kung Viljamur av Danmark, som fortfarande var ett barn flydde på grund av hotet av invasion från prins Stojgnews trupper.

    [10] Scriptores Rerum Germanicarum In Usum Scohalrum ex Monumentis Germaniae Historicis Separatim Editi. Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvei. Widukindi Editio Quinta. G. Waitz, K.A. Kehr, Paulus Hirsch. Hannover 1935 S 130.

    [11] Scriptores Rerum Germanicarum In Usum Scohalrum ex Monumentis Germaniae Historicis Separatim Editi. Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvei. Widukindi Editio Quinta. G. Waitz, K.A. Kehr, Paulus Hirsch. Hannover 1935 S 103.

    [12] Scriptores Rerum Germanicarum In Usum Scohalrum ex Monumentis Germaniae Historicis Separatim Editi. Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvei. Widukindi Editio Quinta. G. Waitz, K.A. Kehr, Paulus Hirsch. Hannover 1935 S 134. ”Sclavus barbarico more frendens et multa convicia evomens irrisit Geronem imperatoremque et omnem exercitum, sciens eum multis molestiis agravatum. Gero ad haec commotus, ut erat animi ardentissimi: Crastinus, inquit, dies declarabit, tu et populus tuus fortes viribus sitis an non. Cras enim nos vobiscum congredientes procul dubio videbitis. Gero denique, olim licet multis gestis insigniis clarus haberetur, iam tamen magnus ac celebris ubique predicabatur, eo quod Sclavos qui dicuntur Uchri cum magna gloria cepisset. Gero reversus in castra retulit quae audierat. Imperator vero de nocte consurgens iubet sagittis et aliis machinis ad pugnam provocare, et quasi vi flumen paludemque trancendere velle. Sclavi autem hesterna comminatione nichil aliud arbitrari ad pugnam pariter conspiravere, iter totis viribus defendentes. At Gero cum amicis Ruanis militario ferme uno a castris deschendens hoste ignorante tres pontes celeriter cunstruxit et misso nuntio ad imperatorem totum exercitum revocavit. Quo viso barbari et ipsi obviare legionibus contendunt. Pedites barbarorum dum longiorem viam currunt et certamen ineunt, fatigatione dissoluti militibus citius cedunt; nec mora, dum fugae presidium quaerunt, obtruncantur. LV. Stoinef autem colle eminenti cum equitibus eventurum rei expectabat. Socios inire fugam cernens fugit et ipse, lucocue quodam cum duobus satellitibus repertus a viro militari, cuius vocabulum erat Hosed, certamine fatigatus armiscue nudatus capite caesus est.”

    [13] Om Nakon och Stoignews öde, se t.ex. Baltische Studien. Gesellschaft für Pommersche Geschichte und Alterthumskunde. 22 Jahrgang. Stettin 1869. Die Luitzen und Obotriten S 309 ff.

    [14] Scriptores Rerum Germanicarum In Usum Scohalrum ex Monumentis Germaniae Historicis Separatim Editi. Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvei. Widukindi Editio Quinta. G. Waitz, K.A. Kehr, Paulus Hirsch. Hannover 1935 S 134. ”Sclavus barbarico more frendens et multa convicia evomens irrisit Geronem imperatoremque et omnem exercitum, sciens eum multis molestiis agravatum. Gero ad haec commotus, ut erat animi ardentissimi: Crastinus, inquit, dies declarabit, tu et populus tuus fortes viribus sitis an non. Cras enim nos vobiscum congredientes procul dubio videbitis. Gero denique, olim licet multis gestis insigniis clarus haberetur, iam tamen magnus ac celebris ubique predicabatur, eo quod Sclavos qui dicuntur Uchri cum magna gloria cepisset. Gero reversus in castra retulit quae audierat. Imperator vero de nocte consurgens iubet sagittis et aliis machinis ad pugnam provocare, et quasi vi flumen paludemque trancendere velle. Sclavi autem hesterna comminatione nichil aliud arbitrari ad pugnam pariter conspiravere, iter totis viribus defendentes. At Gero cum amicis Ruanis militario ferme uno a castris deschendens hoste ignorante tres pontes celeriter cunstruxit et misso nuntio ad imperatorem totum exercitum revocavit. Quo viso barbari et ipsi obviare legionibus contendunt. Pedites barbarorum dum longiorem viam currunt et certamen ineunt, fatigatione dissoluti militibus citius cedunt; nec mora, dum fugae presidium quaerunt, obtruncantur.”

    Ûbersetzung: ”Ein Slawe, auf barbarische Weise knirschend und viele Beleidigungen ausstoßend, verspottete Gero, den Kaiser und die gesamte Armee, wissend, dass sie durch viele Beschwerden geschwächt waren. Gero wurde durch diese Äußerungen erzürnt, wie sein Temperament es erforderte: 'Morgen', sagte er, 'wird es zeigen, ob du und dein Volk stark seid oder nicht. Denn morgen, wenn wir aufeinandertreffen, werdet ihr es zweifellos sehen.' Gero, obwohl er bereits für viele bemerkenswerte Taten bekannt war, wurde nun überall als groß und berühmt gepriesen, weil er die Slawen, die Uchri genannt werden, mit großer Ehre besiegt hatte. Gero kehrte schließlich ins Lager zurück und berichtete, was er gehört hatte. Der Kaiser stand jedoch mitten in der Nacht auf und befahl, den Feind zum Kampf mit Pfeilen und anderen Waffen herauszufordern, als ob er den Fluss und das Sumpfland mit Gewalt überqueren wolle. Die Slawen hingegen, die dies als Bedrohung deuteten, einigten sich darauf, sich auf den Kampf vorzubereiten und verteidigten die Straße mit aller Kraft. Doch Gero baute zusammen mit seinen ruanischen Freunden, fast alleine aus dem Lager heraustretend, heimlich drei Brücken und schickte dann einen Boten zum Kaiser, der das gesamte Heer zurückrief. Als die Barbaren dies sahen, eilten sie ebenfalls herbei, um den Legionen zu begegnen. Inzwischen rannten die barbarischen Fußsoldaten einen längeren Weg und traten in den Kampf ein, aber erschöpft von der Anstrengung wichen sie schnell zurück und als sie zu fliehen versuchten, wurden sie sofort niedergemetzelt."

    [15] Widukind von Corvey III, 68, 69;Annalista Saxofür das Jahr 967

    [16] Scriptores Rerum Germanicarum In Usum Scohalrum ex Monumentis Germaniae Historicis Separatim Editi. Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvei. Widukindi Editio Quinta. G. Waitz, K.A. Kehr, Paulus Hirsch. Hannover 1935 S 142. ”LXVIII. Erant duo Subreguli Hermanno duci, inimicritiae a patribus vicariae relicti; alter vocabatur Selibur, alter Mistav. Selibur preerat Warris, Mistav Abdritis. Dum invicem quam saepe accusantur, victus tandem ratione Selibur condempnatus est quindecim talentis argenti a duce.”

    [17] Paul Hirsch, Hans-Eberhard Lohmann (Hrsg.): Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvey. Monumenta Germaniae Historica. Scriptores. 7. Scriptores rerum Germanicarum in usum scholarum separatim editi. Bd. 60. 5. Auflage. Hahn, Hannover 1935. (Widukind III, 68)

    Samt.

    Adam von Bremen: Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum. In: Werner Trillmich, Rudolf Buchner (Hrsg.): Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der Hamburgischen Kirche und des Reiches. Fontes saeculorum noni et undecimi historiam ecclesiae Hammaburgensis necnon imperii illustrantes (= Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe. Bd. 11). 7., gegenüber der 6. um einen Nachtrag von Volker Scior erweiterte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-00602-X, S. 137–499.

    [18] Bernhard Friedmann: Untersuchungen zur Geschichte des abodritischen Fürstentums bis zum Ende des 10. Jahrhunderts. (= Osteuropastudien der Hochschulen des Landes Hessen. Reihe 1: Giessener Abhandlungen zur Agrar- und Wirtschaftsforschung des europäischen Ostens. Bd. 197). Duncker & Humblot, Berlin 1986, ISBN 3-428-05886-0, S. 256 mit Hinweis auf einen bei Anton Christian Wedekind: Noten zu einigen Geschichtschreibern des deutschen Mittelalters. Bd. 3: Note LXXI – XCIV und Beilagen aus theils ungedruckten Handschriften, Nr. V – LIV. Perthes und Besser, Hamburg 1836, S. 4 wiedergegebenen Eintrag im Nekrolog der Kirche St. Michael in Lüneburg; vgl. dazu auch Gerd Althoff: Adels- und Königsfamilien im Spiegel ihrer Memorialüberlieferung. Studien zum Totengedenken der Billunger und Ottonen (= Münstersche Mittelalter-Schriften. Band 47). Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2267-2, S. 387, der Wedekinds Anmerkung übernimmt.

    [19] Peter Donat: Mecklenburg und Oldenburg im 8. bis 10. Jahrhundert. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 110, 1995, S. 5–20 hier S. 13; Nils Rühberg: Obodritische Samtherrscher und sächsische Reichsgewalt von der Mitte des 10. Jahrhunderts bis zur Erhebung des Fürstentums Mecklenburg 1167. In: Mecklenburgische Jahrbücher. Bd. 110, 1995, ISSN 0930-8229, S. 21–50, hier S. 22.

    [20] Franz Boll:Über den Obotritenfürsten Mistuwoi.In:Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Bd. 18.Schwerin 1853, S. 160–175, hier S. 173 eine „wendische Gemahlin.“

    [21] Christian Lübke: Die Beziehungen zwischen Elb- und Ostseeslawen und Dänen vom 9. bis zum 12.Jahrhundert : eine andere Option elbslawischer Geschichte ? in: Ole Harck, Christian Lübke (Hrsg.): Zwischen Reric und Bornhöved. Steiner, Stuttgart 2001, S. 23–36, hier S. 31.

    [22] Wolfgang H. Fritze: Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung und ihrer Entwicklung vom Stammesstaat zum Herrschaftsstaat. In: Herbert Ludat (Hrsg.): Siedlung und Verfassung der Slawen zwischen Elbe, Saale und Oder. W. Schmitz, Gießen 1960, S. 141–219, hier S. 161. Aus der neueren Literatur ohne vertiefende Begründung Jürgen Petersohn: König Otto III. und die Slawen an Ostsee, Oder und Elbe um das Jahr 995. Mecklenburgzug – Slavnikidenmassaker – Meißenprivileg. In: Frühmittelalterliche Studien. Bd. 37, 2003, S. 99–139, hier S. 112.

    [23] Bernhard Friedmann: Untersuchungen zur Geschichte des abodritischen Fürstentums bis zum Ende des 10. Jahrhunderts. (= Osteuropastudien der Hochschulen des Landes Hessen. Reihe 1: Giessener Abhandlungen zur Agrar- und Wirtschaftsforschung des europäischen Ostens. Bd. 197). Duncker & Humblot, Berlin 1986, ISBN 3-428-05886-0, S. 248–259.

    [24] Adam von Bremen: Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum. In: Werner Trillmich, Rudolf Buchner (Hrsg.): Quellen des 9. und 11. Jahrhunderts zur Geschichte der Hamburgischen Kirche und des Reiches. = Fontes saeculorum noni et undecimi historiam ecclesiae Hammaburgensis necnon imperii illustrantes (= Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe. Bd. 11). 7., gegenüber der 6. um einen Nachtrag von Volker Scior erweiterte Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3-534-00602-X, S. 137–499., II,43, Scholion 21.

    [25] Helmut Schrecke Germanen Slawen Vor- und Frühgeschichte des ostgermanischen Raumes. Panorama Verlag, Wiesbaden ISBN 3-926642-20-3 S 112.

    [26] Christian Lübke: Regesten zur Geschichte der Slaven an Elbe und Oder. (Vom Jahr 900 an). Teil 3: Regesten 983–1013 (= Osteuropastudien der Hochschulen des Landes Hessen. Reihe 1: Giessener Abhandlungen zur Agrar- und Wirtschaftsforschung des europäischen Ostens. Bd. 134). Duncker & Humblot, Berlin 1986, ISBN 3-428-05844-5, Regest 256 b; Christian Lübke: Zwischen Polen und dem Reich. Elbslawen und Gentilreligion. In: Michael Borgolte (Hrsg.): Polen und Deutschland vor 1000 Jahren. Die Berliner Tagung über den „Akt von Gnesen“ (= Europa im Mittelalter. Bd. 5). Akademie-Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-05-003749-0, S. 91–110, hier S. 97.

    [27] Gerd Althoff: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat. 3., durchgesehene Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2013, ISBN 978-3-17-022443-8, S. 209.

    [28] Christian Lübke: Die Beziehungen zwischen Elb- und Ostseeslawen und Dänen vom 9. bis zum 12.Jahrhundert : eine andere Option elbslawischer Geschichte ? in: Ole Harck, Christian Lübke (Hrsg.): Zwischen Reric und Bornhöved. Steiner, Stuttgart 2001, S. 23–36, hier S. 31.

    [29] Wolfgang H. Fritze: Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung und ihrer Entwicklung vom Stammesstaat zum Herrschaftsstaat. In: Herbert Ludat (Hrsg.): Siedlung und Verfassung der Slawen zwischen Elbe, Saale und Oder. Gießen 1960. S. 161ff.

    [30] Ruth Bork: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Dissertation, masch., Greifswald 1951, S. 128.

    [31] Lüneburger Urkundenbuch. Wilhelm von Hodenberg. Siebente Abtheilung: Archiv des Klosters St. Michealis zu Lüneburg. Urkundenbuch des Klosters St. Michaelis. Heft I. Bis zum Jahre 1300. Hannover. 1860. S 10.

    [32] Knabenschuh Dieter. Amt Lenzen-Elbtalaue. Lenzener Elbtalaue Natürlich Sagenhaft! ISBN 3-930401-09-2 S 36.

    [33] Erich Hoffmann: Sachsen, Abodriten und Dänen im westlichen Ostseeraum von der Mitte des 10. bis zur Mitte des 12. Jahrhunderts. in: Helge Bei der Wieden: ‘‘Schiffe und Seefahrt in der südlichen Ostsee.‘‘ Wachholtz, Neumünster 1986, S. 1–40.

    [34] Bork Ruth: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Dissertation Greifswald 1951 S. 157,160,185-188

    [35] Herrmann, Joachim (1970). Die Slawen in Deutschland. Berlin: Akademie-Verlag GmbH. S. 530.

    [36] Christiansen, Eric (1997). The Northern Crusades. London: Penguin Books. ISBN 0-14-026653-4. S 65.

    [37] Zaroff, Roman (2001). "Perception of Christianity by the Pagan Polabian Slavs". Studia Mythologica Slavica. S 92.

    [38] Christiansen, Eric (1997). The Northern Crusades. London: Penguin Books. ISBN 0-14-026653-4. S 66.

    [39] Bork Ruth: Die Billunger. Mit Beiträgen zur Geschichte des deutsch-wendischen Grenzraumes im 10. und 11. Jahrhundert. Dissertation Greifswald 1951 S. 157,160,185-188

    [40] Tschan, Francis Joseph (1935). The Chronicle of the Slavs by Helmold, Priest of Bosau. New York: Columbia University Press. S. 232.

    [41] Tschan, Francis Joseph (1935). The Chronicle of the Slavs by Helmold, Priest of Bosau. New York: Columbia University Press. S. 255.